Winterbach Schwerpunktthemen im Gemeinderat Winterbach waren in der Sitzung am Mittwochabend das Energie- und Klimaschutzkonzept des Landkreises und Informationen zum Radwegausbau zwischen Waldkirch und Winterbach. Nach einem Erdrutsch entlang der Trasse fragte sich der Gemeinderat, ob dieser nicht vermeidbar gewesen wäre.
Radweg Die Firma Lutzenberger, sagte Bürgermeister Karl Oberschmid, habe die Fertigstellung des Rad- und Gehweges von Haldenwang bis Waldkirch bis zu den großen Ferien angepeilt. Geplant war, dass zwei Bautrupps aufeinander zuarbeiten. Tatsächlich sei aber bislang immer nur ein Bautrupp vor Ort gewesen. Bei dem Starkregen Anfang Juli sei der Hang zwischen Winterbach und Waldkirch ins Rutschen gekommen. Nun musste ein Untergrundgutachten gefertigt werden, was rund 2000 Euro koste – die geplante Festigung des Hangs mit großen Steinen und Bruchschotter verteuere die Maßnahme um rund 20000 Euro.
Dass im April der Hang aufgerissen und dann das lose Bodenwerk bis September liegen gelassen wurde, bezeichnete Wilhelm Strehle als „nicht richtig“. Auch andere Gemeinderäte waren der Meinung, dass die Erosion vermeidbar gewesen wäre, wenn die Firma zeitnah den Hang gesichert hätte. Die Vermutung wurde geäußert, dass die Firma zu viele Aufträge angenommen habe und sich nun „verzettele“. Bürgermeister Oberschmid schwächte diese Vorwürfe ab, indem er auf den Bau der Kreisstraße in den Jahren 1969 und 1970 verwies, bei dem ebenfalls schon Probleme mit dem Untergrund aufgetreten seien. Hier wirke sich ungünstig aus, dass eine lockere Sandschicht auf einer feuchten Lehmschicht leicht ins Rutschen komme. Als möglichen Fertigstellungstermin für den Rad- und Gehweg nannte Oberschmid Ende Oktober.
Klimaschutzkonzept Grundsätzlich positiv steht der Gemeinderat der Aufstellung eines Energie- und Klimaschutzkonzeptes im Landkreis Günzburg gegenüber – wenn die Kosten im Rahmen bleiben. Das Klimaschutzkonzept, las Bürgermeister Oberschmid aus dem Schreiben des Landratsamtes vor, bringe der Region vielerlei Vorteile. Durch eine flächendeckende Analyse der Energieversorgung und der klimarelevanten Emissionen sowie der Potenziale in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeinsparung und Energieeffizienz werde eine einheitliche Datenbasis für die gesamte Region geschaffen. Zum anderen würden auf Grundlage dieser Daten konkrete Ansatzpunkte für Klimaschutzmaßnahmen identifiziert, die wiederum das Potenzial habe, zur gemeinsamen Handlungsgrundlage aller beteiligten Kommunen zu werden. Weiterhin enthalte das Klimaschutzkonzept durchdachte Modellprojekte, die von den Kommunen umgesetzt werden können.
Grundsätzlich gelte: Je intensiver sich eine Kommune in den Konzepterstellungsprozess einbringe, desto größer seien die Möglichkeiten, davon zu profitieren.
Förderungen informierte Oberschmid weiter, kommen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in Zusammenarbeit mit dem Projektträger Forschungszentrum Jülich GmbH nach der Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten. Weitere Förderung gebe es in Zusammenhang mit dem Bayerischen Programm „Rationelle Energiegewinnung und -verwendung (BayREV)“. Mit diesen Programmen würden 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten abgedeckt.