Offingen Das umfangreiche Zahlenwerk des neuen Offinger Gemeindehaushalts steht solide auf dem Fundament seines Vorgängers. Der Verwaltungsetat steigt um 2,9 Prozent auf 644 000 Euro, der Vermögenshaushalt klettert ebenfalls nach oben, schließt mit 311500 Euro (1,4 Prozent Plus). Alle Ratsmitglieder stimmten dieser erfreulichen Aufteilung zu, obwohl dank der gestiegenen Steuerkraft nur noch 237 000 Euro als Schlüsselzuweisung aus München vorgesehen sind. Kämmerer Rainer Groß buchte gern fast 1,5 Millionen Euro beim Titel Gewerbesteuer 2012. Und Bürgermeister Thomas Wörz kündigte an: „Hier gibt es eventuell gegen Jahresende eine positive Überraschung.“
Überall wieder Zuwächse. So kehrt die Gewerbesteuer allmählich auf das Niveau der Vorjahre zurück, macht im Jahr 2012 auch bei „pessimistischer Schätzung“ (Thomas Wörz) knapp 1,5 Millionen Euro. Von der Einkommenssteuer kriegt die Marktgemeinde wegen der allgemeinen Konjunkturerholung knapp 1,7 Millionen Euro (plus 153 000 Euro) ab, aus der Umsatzsteuer fließen 27 000 Euro in die örtliche Kämmereikasse.
Auf einem anderen Blatt steht ein Mehr an Ausgaben. Für die Verwaltung führt das VG-Mitglied Offingen 49 100 Euro mehr ab als im Vorjahr. Zurückzuführen, so der Bürgermeister, sei das auf „die längst überfällige“ Verbesserung der Personalausstattung. Beim aktuellen Hebesatz der Kreisumlage (18 Prozent) überweist der Markt 1,482 Millionen Euro an den Landkreis.
Fazit: Der Verwaltungsetat schließt mit 1,1 Millionen Überschuss, macht fast so viel aus wie im Jahr 2011 und erleichtert es, im Vermögensetat Wünsche zu erfüllen. Auch werden keine neuen Schulden nötig. Im Gesamtetat von 9,5 Millionen Euro fallen als Umlagen neben der Kreisumlage an: Schulverband Offingen (191000 Euro), Musikschule (87600 Euro), Betriebskosten Abwasserverband (83 500 Euro), Gewerbesteuerumlage (368 000 Euro) und Verwaltungsgemeinschaft (300 000 Euro).
Investitionen in Südumfahrung und Wasserversorgung
Und das steht bei den Investitionen an: Auf der Anschaffungsliste handelt es sich um den weiteren Ausbau der Dorfstraße Schnuttenbach (459 000 Euro), den Einstieg in die Südumfahrung (200 000 Euro), die Neuordnung der Wasserversorgung (800 000 Euro, siehe eigener Bericht auf dieser Seite), den Erwerb verschiedener privater Anwesen (435 000 Euro) sowie den Kauf von Grundstücken zur Ortsentwicklung (285 000 Euro). Finanziert wird das Investitionspaket (3,2 Millionen Euro) durch staatliche Zuschüsse, unter anderem beim Kindergartenanbau (179 000 Euro), beim Radweg Herrenholz (72 000 Euro), bei der Südumfahrung (150 000 Euro) und bei der Breitbandverkabelung (92 000 Euro). Hinzugelegt wird der Überschuss aus dem Verwaltungsetat (1,1 Millionen Euro), außerdem zapft der Markt aus seiner Rücklage gut 239 000 Euro ab.
Weil das Rücklagenpolster von 3,467 bis zum Jahresende auf 2,55 Millionen Euro zurückfällt, bekam die Finanzverwaltung bei der kurzen Aussprache von allen Seiten ein deutliches, zustimmendes Votum. Dr. Rüdiger Zischak (CSU-Fraktionsvorsitzender): „Es bleibt nicht viel zu sagen, wir dürfen stolz sein“. Er zielte damit auf die umfangreichen, ohne zusätzliche Verschuldung gezimmerten „zukunftsweisenden Investitionen“. Auch bleibe genügend Geld auf der hohen Kante. Wie die CSU stimmte die SPD geschlossen zu. Fraktionschef Erich Schmucker notierte „einen erfreulichen Anstieg der einmaligen Investitionen“. Das verbessere die Infrastruktur für alle Altersschichten. „Wir können sehr gerne hier leben, wohnen und arbeiten.“ Robert Hieber, Chef der Freien Wähler-Fraktion, fasste es so zusammen: „Wir sind mehr als zufrieden.“