Mittlerweile hat sich die junge Frau von dem Schock erholt. Sie arbeitete gerade aushilfsweise in der Arztpraxis in Großkötz, die am Samstagmittag um kurz vor 12 Uhr überfallen wurde. Der Täter hingegen ist bis gestern Abend noch nicht gefasst worden.
Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen jungen Mann handelt, etwa 1,80 Meter groß und schlank. Vollkommen in Schwarz gekleidet und mit einer Kapuze soll er durch die offene Tür der Arztpraxis in Großkötz in die Räume gelangt sein. Dort hat er die Frau mit einem Messer bedroht, um an die Kasse der Praxis zu kommen.
Wie von dort gestern zu erfahren war, sammeln die Mitarbeiter in dieser Kasse gewöhnlich die Praxisgebühren der Patienten. Besonders groß war die Summe offenbar nicht, die der Mann erbeutet hat. Die Rede war gestern von einem eher geringen Geldbetrag. Doch unabhängig vom Wert der Beute: „Raub bleibt Raub“, sagte einer der Polizeibeamten. Der Täter flüchtete zu Fuß mit der Kasse aus der Praxis.
Verletzt wurde bei dem Raubüberfall niemand. Mehrere Streifenwagen der Polizei eilten zum Tatort. Sie kontrollierten unter anderem die Autofahrer, die kurz nach dem Vorfall in Großkötz unterwegs waren. Außerdem suchten die Beamten mit einem Hubschrauber zunächst im näheren und dann im etwas weiteren Umkreis von Großkötz nach dem Täter. Laut Polizei hat diese Suche etwa 45 Minuten gedauert. Doch sie ist bislang erfolglos geblieben. „Nichts Neues“, hieß es bis gestern Abend dann auch von der Polizei. Die Fahndung nach dem Räuber laufe aber weiter.
Noch ist auch völlig unklar, wie der Täter auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet die Arztpraxis in Großkötz zu überfallen. Die sei ohnehin nur geöffnet gewesen, weil der Arzt Notdienst gehabt habe, hieß es aus der Praxis. Doch an diesem Wochenende sei dieser Umstand gar nicht langfristig auf all den Notdienstplänen ersichtlich gewesen. Die junge Frau, die bei dem Überfall bedroht wurde, sei im ersten Moment „natürlich erschrocken“ gewesen, „aber sie ist nicht krank“, so hieß es gestern aus der Arztpraxis in Großkötz. Sie könne arbeiten.