Bodo Scharlach von der Interessengemeinschaft sieht die geplante Sanierung des Burgauer Freibads positiv
Burgau Es ist beschlossene Sache: Die Sanierung des Burgauer Freibads beginnt noch 2012. Stadtbaumeister Werner Mihatsch stellte den Entwurfsplan des Bauamtes vor. Wir haben über die Pläne mit Bodo Scharlach von der Interessengemeinschaft Freibad (IG) gesprochen.
Herr Scharlach, sind Sie zufrieden mit der Entscheidung des Stadtrates?
Scharlach: Man schiebt die Sanierung bereits sechs Jahre vor sich hin und ich kann einige Stadträte nicht ganz verstehen, die zwar grundsätzlich für die Sanierung sind, aber aufgrund der Finanzen und der Eurokrise weitere Jahre warten wollten. Gott sei Dank, war die Mehrzahl der Stadträte für die sofortige Sanierung.
Wie hat Ihnen die Entwurfsplanung gefallen?
Scharlach: Sie hat mir sehr gut gefallen. Das Grundkonzept lag ja bereits seit Anfang 2010 vor, jedoch sind die Kosten der Sanierung seit diesem Zeitpunkt um circa 14 Prozent – davon zehn Prozent Preissteigerung – nach oben gegangen.
Hatten Sie Einfluss auf die Erstellung des Entwurfsplanes?
Scharlach: Bei der Entwurfsplanung hatte ich kein Mitspracherecht. Aber ich war bei nicht öffentlichen und öffentlichen Sitzungen geladen und konnte dort meine Anregungen einbringen.
Über Details der Sanierung wird noch beraten. Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen Sie?
Scharlach: Bei der Breitrutsche, die fünf Meter hoch, vier Meter breit und 15 beziehungsweise 23 Meter lang ist, bin ich mir noch nicht im Klaren, ob der Standort zwischen dem Nichtschwimmer- und dem Schwimmerbecken ideal gelöst ist. Die Rutsche wird sicherlich sehr stark frequentiert, sodass Lärm und Umtrieb vorhanden sein werden.
Was wäre Ihnen lieber gewesen?
Scharlach: Ich frage mich, ob die Rutsche nicht etwas abseits, östlich des Nichtschwimmerbeckens, besser aufgehoben wäre. Oder ob man lieber eine 50-Meter-Schlangenrutsche, wozu ein Minibecken von maximal 1,5 Meter Breite notwendig wäre, vorsehen sollte.
Was würden Sie an den Plänen noch ändern?
Scharlach: Wegen der Breitrutsche ist die Rutsche im Nichtschwimmerbecken nicht mehr vorgesehen. Diese Rutsche war aber immer sehr beliebt. Man sollte unbedingt versuchen, diese Rutsche an einem anderen Platz zu erhalten. Außerdem sind die Duschen an den Durchschreitebecken mit Stadtwasser vorgesehen, also Kaltwasser. Damit ist verständlicherweise wieder vorprogrammiert, dass sich die Mehrzahl der Badegäste vor Benutzung der Becken nicht abduschen werden. Mit Mini-Mehrkosten könnten zwei hintereinanderliegende Duschen durch die Gaskesselanlage oder über das Solar mit angewärmtem Wasser versorgt werden. Für Badegäste, die das Becken verlassen, reicht Kaltwasser.
In der Sitzung am Dienstagabend wurden bereits einige Vorschläge gemacht, wie bei der Sanierung Geld eingespart werden kann. Wie beurteilen Sie das?
Scharlach: Obwohl bereits 2009 der Stadtrat beschlossen hatte, die acht Bahnen am Schwimmer zu belassen, liebäugeln schon wieder einige Stadträte das Becken auf sechs Bahnen zu reduzieren. Das würde gerade mal etwa 4,4 Prozent Einsparung erbringen. Schon damals wurde unter anderem beschlossen, dass diese Einsparung in keinem Verhältnis zur Attraktivität des Bades steht. Wir würden Badegäste verlieren und den Jugendlichen die Freude am Blockspringen nehmen und das Erlernen des Tauchens nicht mehr ermöglichen.
Was erhoffen Sie sich von der Sanierung?
Scharlach: Das Bad wird an Attraktivität gewinnen und auch Leute anlocken, die sonst an den Seen zum Baden gehen. Wer weiß, vielleicht werden bald die Liegewiesen zu klein. Interview: A. Effenberger
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