Gut 180 Bürger der Marktgemeinde Jettingen-Scheppach nahmen am Mittwochabend die Gelegenheit wahr, sich vom Regionalverband Donau-Iller, vertreten durch den stellvertretenden Verbandsdirektor Dr. Ulrich Ottersbach, über die neue Windkraftplanung in der Region informieren zu lassen. In die anfangs sehr emotionsgeladene Diskussion kehrte erst Ruhe unter den Anwesenden ein, als sie sowohl Bürgermeister Hans Reichhart als auch Dr. Ottersbach in dem Ziel, die vorläufig ausgewiesene Vorrangfläche für Windkraftanlagen zu verringern und die Abstandsfläche in Richtung Freihalden auf mindestens 1300 Meter zu erweitern, an ihrer Seite wussten.
Folgende Aspekte brachten die Bürger in die Diskussion ein: Jettingen-Scheppach sei schon durch die Autobahn und die Bahn genug belastet. „Warum noch mehr?“, wurde gefragt. Der Wald als Erholungsgebiet an der Autobahn müsse erhalten bleiben. Angst haben die Bürger vor allem vor einem permanenten Geräuschpegel, dem Dorf werde die Perspektive genommen, es bleibe nur das Wegziehen, und die Immobilien verlören an Wert. Darüber hinaus stiegen die Strompreise, um die unrentablen Anlagen zu erhalten.
Bürgermeister Hans Reichhart, der die Diskussion moderierte, betonte, dass für ihn der Erhalt der Lebensqualität seiner Bürger ausschlaggebend sei. Als flächengrößte Gemeinde des Landkreises könne der Markt jedoch die Verantwortung für die Energiewende nicht ganz von sich schieben. Ein Teil der 6600 Hektar falle schon weg, weil die Besitzer des Scheppacher Rechtlerwaldes keine Fläche für Windräder zur Verfügung stellen. Weiterhin werde er dafür kämpfen, dass die Wallfahrtskirche Allerheiligen großräumig von Windrädern verschont bleibt. Und den vielen Bürgern aus Freihalden bot er an, dass der Marktgemeinderat in seiner Stellungnahme zur Regionalplanung auf einen Mindestabstand von 1,3 bis 1,5 Meter auf Freihalden bestehe. Größere Gefahr wittert Reichhart durch die Ausweisung von Windstandorten in Nachbargemeinden. „Wir werden uns nicht umzingeln lassen, wir werden uns dagegen wehren“,sagte , „falls uns auf der Sonnenseite im Süden und Südwesten, Windräder vorgesetzt werden sollten.
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