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Hospizdienst: Wenn Kinder vor den Eltern sterben

Hospizdienst

Wenn Kinder vor den Eltern sterben

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    Auftaktveranstaltung für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser Günzburg auf Schloss Reisensburg: (von links) Alexander Pereira (Malteser), Schauspielerin Ulrike Kriener, Koordinatorin Sylvia-Maria Braunwarth und Madeleine Gräfin Ballestrem (Malteser).
    Auftaktveranstaltung für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser Günzburg auf Schloss Reisensburg: (von links) Alexander Pereira (Malteser), Schauspielerin Ulrike Kriener, Koordinatorin Sylvia-Maria Braunwarth und Madeleine Gräfin Ballestrem (Malteser). Foto: Claudia Schneider

    Reisensburg Mit etwa 80 Personen war der Rote Saal auf Schloss Reisensburg anlässlich der Auftaktveranstaltung des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes der Malteser Günzburg voll besetzt. Neben Politikern wie Landrat Hubert Hafner und Günzburgs Zweitem Bürgermeister Anton Gollmitzer waren Kinderärzte und Therapeuten, Vertreter von Kirche und sozialen Einrichtungen sowie ehrenamtlich Interessierte zahlreich erschienen. Die Schauspielerin Ulrike Kriener, Schirmherrin der Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste der Malteser, sowie Sylvia-Maria Braunwarth, Koordinatorin des neu gegründeten Dienstes und Markus Zobel, Leiter des Kinderkrankenpflegedienstes der Malteser in der Ostalb, stellten das Projekt vor und standen dem Publikum für Fragen zur Verfügung.

    Die Schauspielerin Ulrike Kriener, bekannt als Kommissarin Lucas aus der gleichnamigen ZDF-Serie, sprach vor dem sichtlich gerührten Publikum über ihren schwersten Schicksalsschlag, den Tod ihres ersten Sohnes Max kurz nach der Geburt. „Als ich als Wöchnerin vor 19 Jahren erfahren habe, dass ich mein Kind nicht mit nach Hause nehmen darf, war der Krankenhausgeistliche der Erste, der zu mir kam. Er war überfordert, aber er war da“, beschreibt Ulrike Kriener die schwersten Stunden ihres Lebens. Sie ergänzt: „Das können wir alle: Verbindung aufnehmen, füreinander da sein.“

    22600 unheilbar erkrankte Kinder und Jugendliche gibt es deutschlandweit, in Bayern sind es 2700. Jedes Jahr sterben 600 Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer schweren Erkrankung, 4000 Kinder und Jugendliche erkranken unheilbar. „Für die betroffenen Familien kommt die Diagnose wie ein Schlag, dann folgen Zukunftsangst und oftmals große Isolation“, berichtet Sylvia-Maria Braunwarth, Koordinatorin des neu gegründeten Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes der Malteser für die Landkreise Günzburg, Dillingen und Donau-Ries. Das Projekt soll betroffenen Familien dabei helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und es dem unheilbar kranken Kind ermöglichen, in Geborgenheit zu sterben. „Wir möchten, dass das Kind oder der Jugendliche im Mittelpunkt steht, nicht die Erkrankung“, so Braunwarth.

    Ehrenamtliche begleiten betroffene Familien

    Ab der Diagnosestellung begleiten Ehrenamtliche die betroffenen Familien während der gesamten Lebens-, Sterbens- und Trauerphase. Sie entlasten die Familie in der Organisation des Alltags, indem sie sich beispielsweise um das kranke Familienmitglied kümmern, mit dessen Geschwistern spielen oder Ausflüge machen und den Eltern auf diese Weise Freiräume verschaffen. Außerdem sind sie als Ansprechpartner da und nehmen sich Zeit für die Ängste und Sorgen der Familie. Das Angebot ist für die Familie kostenfrei und unabhängig von Nationalität, Konfessions- und Religionszugehörigkeit.

    Sechs ehrenamtlich Interessierte haben sich für den Dienst gemeldet. Die erste Schulung der zukünftigen ehrenamtlichen Begleiter beginnt im September und dauert ein halbes Jahr, verteilt auf sechs Wochenenden. Während der Begleitung von betroffenen Familien erhalten sie zur Entlastung regelmäßig Supervision. Außerdem findet alle zwei Wochen ein runder Tisch für den Austausch untereinander statt.

    Ein so großes Vorhaben wie der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst kann nur mit der Unterstützung Ehrenamtlicher sowie großzügiger Spender und Förderer dauerhaft verwirklicht werden. Daher werden für den Ausbau Ehrenamtliche und Spender gesucht. (zg)

    Ehrenamtlich Interessierte werden gebeten, mit Sylvia-Maria Braunwarth Kontakt aufzunehmen, Telefon 08221/363711. Betroffene Familien können sich für weitere Informationen zum Dienst ebenfalls an Sylvia-Maria Braunwarth wenden.

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