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Gemeinderat: Windkraft? Nur mit den Bürgern

Gemeinderat

Windkraft? Nur mit den Bürgern

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    Die gelb markierten Flächen zeigen, wo Windkraft-Anlagen in der Umgebung von Dürrlauingen möglich wären. Doch Bürgermeister Edgar Ilg zückte den Rotstift: Der Flächennutzunsgplan wurde geändert, damit die Gemeinde selbst bestimmen kann, wo sich künftig Windräder drehen dürfen.
    Die gelb markierten Flächen zeigen, wo Windkraft-Anlagen in der Umgebung von Dürrlauingen möglich wären. Doch Bürgermeister Edgar Ilg zückte den Rotstift: Der Flächennutzunsgplan wurde geändert, damit die Gemeinde selbst bestimmen kann, wo sich künftig Windräder drehen dürfen. Foto: Foto: Gertrud Adlassnig

    Dürrlauingen Handeln statt zaudern und lamentieren, heißt die Devise im Dürrlauinger Gemeinderat. Nachdem die Kommune im gesamten Landkreis die besten Standorte für Windkrafträder aufweist, sind die Begehrlichkeiten der Investoren gewachsen, gleichzeitig aber auch die Befürchtungen der Bewohner – sie machen sich Sorgen, dass sie wegen der neuen Technologie massive Beeinträchtigungen durch Lärm und Schlagschatten hinnehmen müssen.

    Da, so erklärte Bürgermeister Edgar Ilg den Gemeinderäten auf der jüngsten Ratssitzung, die Staatsregierung vereinfachte Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen plant, bei denen Einsprüche nicht mehr möglich seien, wenn Mindestabstände eingehalten werden und ein Herstellergutachten über die Lärmentwicklung vorliegt, will sich die Gemeinde Dürrlauingen durch schnelles Handeln die eigene Gestaltungshoheit erhalten.

    Mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes, so beschloss es der Rat nach längerer Diskussion einstimmig, soll das vom Regionalplan Donau-Iller als wirtschaftlich sinnvoll ausgewiesene Gebiet so weit eingegrenzt werden, dass eine Belästigung der Anwohner in Mönstetten ausgeschlossen werden kann. Dafür werden in die Änderung neben Vorrang-, auch Vorbehalts- und Ausschlussflächen eingetragen.

    Doch die Dürrlauinger wollen mehr als nur eingrenzen, sie wollen aktiv mitgestalten, ja „vorpreschen, um nicht fremden Investoren ausgeliefert zu sein“. Deshalb haben sich Gemeinderäte und Bürgermeister dazu entschlossen, die Windkraftnutzung als Bürgermodell zu realisieren.

    Dazu seien, so Bürgermeister Edgar Ilg gegenüber unserer Zeitung, sicher auch Investoren nötig, doch sowohl für die Grundstücksnutzung als auch für die Energiegewinnung sollen bürgernahe Modelle sicherstellen, dass die Wertschöpfung zumindest teilweise in der Gemeinde bleibt. Gedacht wird an Beteiligungsmöglichkeiten für die Bewohner und Stufenmodelle für die Grundstückseigentümer. Das genaue Vorgehen soll in einer eigenen außerordentlichen Sitzung mit Fachleuten vom Regionalverband abgeklärt werden.

    Dabei gelte es auch, die vielen noch zu klärenden Fragen aufzuarbeiten, denn Dürrlauingen ist die erste Gemeinde in der Region, die sich aktiv mit dem Thema Windkraft auseinandersetzt. „Deshalb sind wir auch einen Schritt weiter als andere Gemeinden“, lobte Ilg das zukunftsorientierte Denken der Räte. Die gute Vorinformation für sie sei unbedingt und auch sehr schnell notwendig, um die Fragen der Bürger beantworten zu können.

    Pfeifer warnte davor, den direkten Kontakt zu den Bürgern zu verlieren und so Gefahr zu laufen, dass keine Akzeptanz für die neue Energiegewinnung zu erreichen sei. Insbesondere die Mönstetter, so erklärte 3. Bürgermeister Adolf Tausend, machten sich Sorgen und wollen schnell konkrete Antworten. Für sie, versicherte Ilg, werde, sobald Fakten vorlägen, eine eigene Informationsveranstaltung durchgeführt.

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