Vöhringen „65 Jahre gemeinsam durchs Leben zu gehen, das ist eine Leistung.“ Mit diesen Worten brachte Monsignore Hermann Zimmerer seine Anerkennung und Wertschätzung für Sofie und Max Kempter zum Ausdruck, die im Caritas-Centrum Vöhringen das seltene Fest der eisernen Hochzeit gefeiert haben. Da konnte sich Bürgermeister Karl Janson nur anschließen, der nicht nur die Glückwünsche der Stadt Vöhringen überbrachte, sondern auch Grüße des Bayerischen Ministerpräsidenten.
Kennengelernt hat sich das Paar 1946. Max Kempter hatte Kontakt zu einer Familie in Erbishofen, das heute zu Pfaffenhofen gehört. Zusammen mit dem Sohn der Familie war er im Krieg. Er war bei den Pionieren eingesetzt, die Teile der Wehrmacht auf dem Weg nach Stalingrad über den Don mit Sturmbooten übersetzen musste. Max Kempter erkrankte an Typhus und hatte das Glück mit dem letzten Lazarettzug bis nach Rostock zu kommen. Wieder genesen, kam er an die Front nach Italien. Er geriet in Gefangenschaft und kam nach Amerika. Mit viel Glück kehrte er nach Deutschland zurück. Bei einem seiner Besuche bei den alten Freunden in Erbishofen sah er „im Hof fünf junge Mädle rumspringen.“ Und er guckte sich die bildhübsche Sofie aus.
Bei der Hochzeit gab’s schwarz gemetzgertes Kalb und Most
Man ging miteinander einige Monate, um sich Weihnachten zu versprechen, „wir heiraten.“ Hochzeit wurde im Mai gefeiert. 1947 war von Wirtschaftswunder noch nichts zu spüren. „Wir haben ein Kälble schwarz gemetzgert und dazu wurde Most getrunken.“ Vier Kinder hatte das Paar, drei wurden ihnen durch den Tod genommen. Ein Schicksal, das nur gemeinsam zu ertragen war, wie Max Kempter sagt.
Der Jubilar war Molkereimeister, kam viel herum und war zum Schluss bei Milkana. In seinem Beruf war er außerordentlich tüchtig. Er holte für seine Firma zahlreiche Auszeichnungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG).
30 Jahre widmete er sich der Arbeit beim BRK, war Kolonnenführer in Vöhringen, Stellvertretender Kreiskolonnenführer, er war Ausbilder und als Sanitäter im Einsatz. Außerdem war Kempter elf Jahre für die FWG Mitglied des Stadtrates und ist heute mit 88 Jahren das älteste Mitglied der FWG. Sofie Kempter galt als die perfekte Hausfrau. Besonders gern strickte sie, vor allem für fünf Enkel und drei Urenkel.
Fast 50 Jahre lebte das Ehepaar Kempter im Amselweg bis die Krankheit von Frau Sofie den Weg ins Caritas-Centrum erforderlich machte, wo das Paar jetzt wohnt. Max Kempter hat eine Gabe, um die man ihn beneiden kann. Der Kempter Max, wie ihn Freunde nennen, kommt überall zurecht und fühlt sich wohl und verfügt über einen schlagfertigen Humor und spontanen Witz. Das Fest wird am Sonntag im Familienkreis gefeiert.