Flotte Lieder dringen aus dem Probenraum bis ins Treppenhaus, dazwischen mischen sich Flöten- und Tubatöne, auch der satte Klang der Posaune und des Tenorhorns ist zu vernehmen. Immer wieder dazwischen hört man fröhliches Kinderlachen. Der erste Musikerlebnistag der Bläserschule Vöhringen findet im Adlergebäude statt. Aus einem Probenraum platzt plötzlich ein Bub und strahlt, „Musik ist richtig cool.“ Damit trifft der Achtjährige das Motto des Tages „Voll cool, Musik! Klar, da mach’ ich mit!“
Es war ein Versuch, aber er hat sich gelohnt. Jugendleiterin Jutta Haisch blickt zufrieden in die Runde. Der erste Musikerlebnistag der Bläserschule war ein Erfolg. 21 Kinder haben teilgenommen. „Diese Anzahl ist geradezu ideal. Wenn es mehr gewesen wären hätten wir die Kinder in Gruppen aufteilen müssen. Denn es kommt uns darauf an, dass wir uns möglichst intensiv mit jedem einzelnen Kind beschäftigen können.“ Auch das Alter der Mädchen und Buben war genau richtig. Jugendleiterin Haisch: „Es lag zwischen sechs und neun Jahren, das ist genau unsere Zielgruppe, die wir erreichen wollen.“ Der Bläserschule geht es darum, Nachwuchs heranzuziehen, „das geht aber nur, wenn die Kinder Freude an Musik haben und das wollen wir spielerisch vermitteln.“
Für den Musikerlebnistag hat sich ein Team von der Stadtkapelle zur Verfügung gestellt und sich ein Programm einfallen lassen. In Organisation und Planung waren eingebunden Peter Rettig, Peter März, Viktoria Kast, Thomas Schwehr und Jutta Haisch, bei der die Fäden zusammen liefen. Am Tag der Veranstaltung waren Julia Haas, Reka Kast und Lyudmyla Kobzareva noch zur Unterstützung gekommen.
In einem Raum wird gesungen, im nächsten trompetet
Für Kurzweil ist an diesem Tag ausreichend gesorgt. In einem Raum wird gesungen. Viktoria Kast, die den Chor der Bläserschule leitet, hat eine Gruppe Jungsänger vor sich und übt mit ihnen Lieder ein, die gleichzeitig von rhythmischer Bewegung begleitet werden sollen. Gar nicht so einfach für die Kleinen das alles zu koordinieren, aber Übung macht bekanntlich den Meister. Gleich im Nebenraum stehen nebeneinander aufgereiht Posaune, Klarinetten, Tenorhorn, Tuba, Querflöten. Die Mädchen und Buben können sich ein Instrument auswählen. Peter März leistet Hilfestellung. Denn eine Tuba, die hat ihr Gewicht!
Es ist erstaunlich zu sehen und zu hören, mit welcher Freude die Kinder bei der Sache sind und noch mehr Spaß herrscht, wenn sie dem riesigen Instrument endlich einen Ton entlocken können. Gewusst wie und es klappt. Neugierig ist an diesem Tag auch eine erwachsene Besucherin, die muss zunächst passen, kein Ton kommt aus der Tuba, aber mit etwas Hilfe, einem Kniff und der richtigen Lippenstellung schafft es auch sie.
„Wir haben uns überlegt, wie können wir Kinder für Musik begeistern“, erklärt Jutta Haisch. „Ich denke, man muss Interesse wecken. Zu viele Kinder konsumieren nur noch passiv, wir wollen sie zu Aktivitäten anregen, sonst machen sie vor der Playstation oder Fernsehgerät nur noch Daumengymnastik.“
An dem Musikerlebnistag durchlaufen die Kinder alle Stationen, viel Freude gibt es beim Instrumente basteln. Da darf gekleckst und gekleckert werden. Erstaunlich, wie still es in dem Raum ist. Zum Schluss des Tages darf jedes Kind das tun, was es am meisten fasziniert hat. Da landet die überwiegende Mehrheit wieder bei den Instrumenten.
Mit dem Musikerlebnistag will der Verein Nachwuchs gewinnen
Die Bläserschule – muss wie andere Vereine auch – Vorsorge für den Nachwuchs treffen. Auch wenn die Kinder in weiter führende Schulen gehen, sind sie davon so in Anspruch genommen, dass für Anderes kaum mehr Zeit bleibt. „Das ist der Grund, warum wir Kinder so frühzeitig für Musik interessieren wollen und hoffen, dass es anhält.“ Das Freizeitangebot ist vielfältig. Das heißt für die Bläserschule: Rechtzeitig für Nachwuchs sorgen. Bislang, so berichtet Jugendleiterin Haisch, hatten wir jedes Jahr immer ausreichend neue Schüler. Aber jetzt macht sich „ein schleichender Abwärtstrend bemerkbar.“ Das liegt, so weiß Jutta Haisch, auch an den kommenden geburtenschwachen Jahrgängen.
Übrigens – in den Grundschulen-Süd und Nord darf die Bläserschule für drei Wochen den Musikunterricht übernehmen. „Da vermitteln wir nicht nur elementares Grundwissen, sondern machen auch Experimente, die nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern aus denen man etwas lernen kann.“ So rückt das Team der Bläserschule mit Gartenschläuchen an, die am Ende einen Trichter haben. Je länger der Schlauch, desto tiefer der Ton. Anders ist es ja auch nicht bei Instrumenten „Wir sind sehr dankbar, dass sich die Schulen so kooperativ zeigen.“