Unterroth Mit dem Rollstuhl durch die Hintertüre und direkt in den neuen Saal gelangen sollen gehbehinderte Gäste, wenn das Vereinsheim in Unterroth einmal fertig renoviert ist. Nach ausführlicher Diskussion der von Architekt Alexander Kern vorgelegten Entwürfe steht die Planung für einen Saal und ein Bürgermeisterbüro.
In bewährter Manier gehen die Renovierungsmaßnahmen am Vereinsheim in Etappen voran: Dieses Jahr kommen alle Fenster dran, im nächsten wird das Erdgeschossinnere umgestaltet. Sobald der Schützenverein in sein neues Domizil umgezogen ist, wird die östliche Gebäudefront zum Veranstaltungssaal umgebaut, der einen direkten, rollstuhlgerechten Außenzugang von Süden bekommt, welcher gleichzeitig die Funktion des Notausgangs übernimmt.
Vor dem Saal ist noch Platz für eine Teeküche und eine behindertengerechte Toilette, an die Haussüdseite kommt das Bürgermeisterbüro. Das Ratszimmer bleibt bestehen, es gibt einen großzügigen Flur, die vorhandene Toilettenanlage wird überholt und der zweite, überflüssig gewordene Eingang wird wieder zum Fenster.
Die für den behindertengerechten Eingang benötigte Rampe soll entlang der Ostseite ansteigen, wobei sie optisch durch vorgepflanzte Büsche verdeckt werden könnte, um die Hausecke zu einem geraden Podest führen und nochmals ansteigen bis zum geplanten Eingang, der anstelle eines Fensters errichtet wird. Diese aus zwei Entwürfen kombinierte Lösung hatte stellvertretender Hermann Dambacher vorgeschlagen.
Auf Nachfrage von Ratsmitglied Norbert Poppele wurde festgelegt, dass diese rückwärtige Tür nur nach Absprache offen sein soll. Um beim Rampenbau allen Vorschriften zu entsprechen, will der Planer einen Behindertenbeauftragten zurate ziehen. Weitere Vorschläge, zum Beispiel, wie die Rampe nur an der Südseite entlangzuführen sei, wurden diskutiert und verworfen. Das Bürgermeisterbüro wird groß genug sein, um auch Aktenschränke sowie einen kleinen Besprechungstisch unterzubringen.
Während im Erdgeschoss sämtliche Fenster erneuert werden, kommen die historisch interessanten doppelten Holzfenster zum Schreiner, damit sie überholt und mit einer Gummilippe ausgestattet werden. „Das Holz ist einwandfrei“, so der Architekt, „und ich habe solche in einem vergleichbaren Gebäude in Mindelheim gesehen, datiert aufs Jahr 1891“.
Renovierung der historischen Fenster kaum teurer
Auch die Überlegung von Drittem Bürgermeister Josef Kreis, bei den Holzfenstern die äußeren durch komplett dichte Kunststofffenster zu ersetzen, wurde debattiert. Kern riet davon ab, nicht zuletzt wegen der unregelmäßigen Lüftungsmöglichkeit, da die Räume von den Vereinen unterschiedlich genützt werden. „Fensterpreise werden in Quadratmetern berechnet“, informierte Kern, und da würden sich die eines neuen Fensters von den Renovierungskosten der historischen kaum unterscheiden. Beim Vereinsheim komme ein Fenster auf etwa 1000 Euro.
Im Dachgeschoss werden zwei neue Fenster gebraucht, wobei der Seilzug vom Westgiebel auf den östlichen verlegt werden soll.