Unterroth Der Mais war nur eines von vielen Themen rund um den Futterbau, um den es auf der Tagung im Gasthof Linde in Unterroth ging. Etwa 80 Landwirte aus dem Gebiet zwischen Thal und Babenhausen wollten sich vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über Neuerungen zu Pflanzenschutz, Ausbringen von Gülle und Gärsubstrat sowie dazu geeignete Maschinen informieren lassen.
2011 habe trotz unterschiedlicher Wetterlagen für fast alle Kulturen Rekordernten gebracht, resümierte Leitender Landwirtschaftsdirektor Georg Stark. Während die Anbaufläche für Eiweißpflanzen wie Erbsen und Bohnen im Kreis Neu-Ulm von 267 auf 223 Hektar gesunken ist, hat der Maisanbau von 5168 auf 5480 Hektar zugenommen. Die Dauergrünlandfläche ist von 6729 auf 6611 Hektar zurückgegangen, dagegen wurden immerhin 57 Hektar neu angesät. „Ab nächstem Jahr werden für Acker- und Grünland gleich viel bezahlt“, so Georg Stark, „dann geht der Druck weg. Grünland wird relativ gewinnen.“
Mehr als die Hälfte der Landkreisfläche belegt
Mehr als die Hälfte der Landkreisfläche werde dem Futterbau gewidmet, so der Landwirtschaftsdirektor, und dieser beinhalte neben Silomais auch Grünland, Kleegras oder Weidelgras. Der Biogas-Mais bleibe ein wichtiges Thema. Im Landkreis habe der Maisanbau um sechs Prozent zugenommen und werde 2012 weiterhin leicht steigen, da bestehende Biogasanlagen ihre Kapazitäten ausbauten und neue hinzukämen. Beim Maisanbau gelte es zu differenzieren zwischen Körnermais, Silomais und Biogas-Mais, wobei – trotz der vielen Vorbehalte – bemerkenswert sei, dass dem anfänglichen Herbizideinsatz keine weiteren Pflanzenschutzmaßnahmen folgten. „In dieser Hinsicht ist kein Pflanzenanbau so umweltfreundlich wie der Mais“, erklärt Manfred Faber im Referat zum Pflanzenschutz. Die mit dem Maisanbau einhergehende Bodenerosion könnte mit Untersaat von Wintergerste oder Weidelgras verringert werden, wie es im Unterallgäu praktiziert werde. Da 70 bis 80 Prozent der Landwirte ihre Maissorten schon bestellt hätten, sollten sich Unentschlossene beeilen, rät Reinhold Konrad in seinem Vortrag über Maissorten.
Um offene Gräben vor Gülle- oder Düngemitteleinträgen zu schützen, müssten Randstreifen freigehalten werden, was gegebenenfalls gefördert werde. Auch das Berücksichtigen größerer Flächen entlang von Roth, Biber und Osterbach könnte sich durch Zuschüsse lohnen, um das Nitrat im Wasser gering zu halten. Auch Hangneigungen ab zwei Prozent müssten berücksichtigt werden. Josef Wenger aus Buch hatte danach gefragt.
Richtiges Düngen will gelernt sein, hörten die Landwirte von Anton Glogger-Hönle. Unterm Strich sei Gülle und Gärrest fast gleichwertig, wenngleich etwas unterschiedlich zu handhaben. Wer Gülle zum Ausbringen verdünnen wolle, müsste sich an Regenwasser halten, das Entnehmen aus Gräben bedürfe der Genehmigung, hieß es auf Anfrage.