Kirchhaslach Einem echten Oldtimer-Fan können Regen und Kälte nichts anhaben. Nachdem das 9. Oldtimer-Treffen der Bulldog- und Oldtimerfreunde Unterallgäu am Samstag einen idealen Auftakt fand, bescherte Petrus am gestrigen Sonntag Dauerregen.
Davon ließen sich zahlreiche Besucher nicht aufhalten. Ausgestattet mit Regenschirmen und festem Schuhwerk fand die nördlich von Kirchhaslach präsentierte Ausstellung alter Traktoren, Autos, Motorräder, landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte reges Interesse. Während die sorgfältig gepflegten Raritäten bei den Älteren meistens Erinnerungen an Kindheit und Jugend weckten, machten die Jüngeren Bekanntschaft mit den Vorläufern der heutigen modernen Agrartechnik. So mancher konnte sich kaum vorstellen, dass die Großeltern einst mit solch einfachen Mitteln hart arbeiten mussten.
Neben einer Vielfalt landwirtschaftlicher Geräte – Sensen, Dreschflegel, Einschar- und Wendepflüge, Holzsäge- und Holzspaltmaschinen, Getreidesämaschinen und -binder sowie Kunstdünger-Streuer – ließen nostalgische Landmaschinen ein Stück Geschichte aufleben.
Unermüdlich spitzt er Holzpfähle
Jakob Nadler aus Blaustein ließ sich vom strömenden Regen nicht davon abhalten, die Schwungräder seines 24 PS starken Deutz-Motors Baujahr 1924 in Bewegung zu setzten. „Früher hat man auch bei jedem Wetter arbeiten müssen“, erinnerte sich Josef Grauer aus Egg an der Günz. Mit seinem Deutz Stationär-Motor von 1928 entrindete und spitzte er unermüdlich Holzpfähle zu.
Ohne auf ihre in der aufgeweichten Wiese einsinkenden Schuhe zu achten, bewunderte ein älteres Ehepaar aus Kellmünz eine Rarität nach der anderen. Neben einem Winkeldrehpflug von 1780 standen ein Hornschlitten Baujahr 1831 sowie ein Molke-Schlitten von 1905. Ein Stück weiter konnten sie eine Getreide-Sämaschine von 1925 und einen 1950 benützten Heuwagen begutachten. „Die kennen wir noch aus unserer Kindheit auf dem Bauernhof“, erinnerten sie sich.
Richtig eng ging es in den überdachten Ständen des Teileflohmark-tes zu. Dort konnten die Besitzer von Oldtimern benötigte Ersatztei-le, aber auch nostalgische Typenschilder oder alte Fachzeitschriften und vieles mehr erwerben. Zur Mittagszeit war die Oldtimerhalle bis auf den allerletzten Platz besetzt. Während die Musikkapelle Weinried flott aufspielte, konnten sich Aussteller und Besucher stärken. Dass sich die Gespräche vorwiegend um Oldtimer drehten, war klar.