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Reaktorunglück: Der Alpenverein hilft Mädchen, die durch Tschernobyl krank wurden

Reaktorunglück

Der Alpenverein hilft Mädchen, die durch Tschernobyl krank wurden

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    Bayerische Brezen kannten sie vorher nicht: Die fünf Mädchen aus Weißrussland mit ihren beiden Betreuerinnen (Vierte von rechts und ganz rechts).
    Bayerische Brezen kannten sie vorher nicht: Die fünf Mädchen aus Weißrussland mit ihren beiden Betreuerinnen (Vierte von rechts und ganz rechts). Foto: Foto: sas

    Rund 220 Kilometer sind es von Svietlahorsk nach Tschernobyl, ungefähr so weit wie von Regensburg nach Gundremmingen. 220 Kilometer, die nicht vor der atomaren Wolke schützen konnten, die vom zerstörten Reaktor nach Norden wanderte. Svietlahorsk, das ist die Heimat von fünf Mädchen, die die Sektion Illertissen des Alpenvereins auf die Schwarzenberghütte bei Bad Hindelang eingeladen hat. Die Kinderhilfe „Mdantsane“ war an den Verein herangetreten und hatte gefragt, ob die Kinder aus Weißrussland zu Besuch in die Allgäuer Alpen kommen dürften.

    Diese Reise ist für alle der Abschluss einer langen Behandlung, eine Art Reha-Maßnahme. Danach, so hoffen die Ärzte, können sie als geheilt entlassen werden. Denn die Strahlung der Atomkatastrophe von 1986 hat die Mädchen krank gemacht. Sie leiden noch heute unter Atemerkrankungen, lagen mit Krebs oder anderen schweren Krankheiten im Krankenhaus. Trotz allem, was sie durchgemacht haben, können die Mädchen heute wieder lachen. Etwa beim Empfang im Illertisser Rathaus am Dienstag, als Bürgermeisterin Marita Kaiser sie fragte, ob sie denn auch Coca-Cola kennen würden.

    Was sie aber definitiv nicht kannten, waren die Allgäuer Alpen und das bayerische Essen. Für die meisten war es der erste Besuch im Ausland. Hüttenreferent Kurt Harfold war die ganzen Wochen mit der Gruppe im Vereinsbus unterwegs und hat die Ausflüge organisiert. 12000 Euro, die ein Mitglied der Sektion Illertissen übernommen hat, kostet das alles. Allerdings will der Mann anonym bleiben.

    Almwanderungen und Königsschlösser

    Bei einer Wanderung auf eine Alm konnten die Kinder zusehen, wie Bergkäse hergestellt wird. Außerdem besuchten sie Schloss Neuschwanstein und Schloss Linderhof, fuhren mit dem Schiff über den Bodensee, schlenderten durch die Blumengärten auf der Insel Mainau und fuhren Drachenachterbahn im Legoland in Günzburg.

    „Das hat alles viel Spaß gemacht. Die Mädchen haben eine tolle Zeit hier in Deutschland“, erzählt Anastasia Stankevich, die als Betreuerin dabei ist. Gestern Nachmittag machte die Gruppe dann noch einen Rundgang durch Illertissen und besuchte das Freizeitbad Nautilla. Harfold ist überzeugt, dass die Reise den Kindern gut tut: „Man sieht wie die Mädchen hier aufblühen“, sagt er. Am Samstagabend geht der Flieger zurück nach Weißrussland. Harfold plant schon für nächstes Jahr. Denn dann will er wieder Kinder aus den verstrahlten Gebieten rund um Tschernobyl einladen.

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