Neu-Ulm/Illertissen Mit einem kleinen Festakt ist die endgültige Fertigstellung des neuen Justizzentrums an der Schützenstraße 58/60 in Neu-Ulm gefeiert worden – mehr als dreieinhalb Jahre nach dem symbolischen ersten „Baggerbiss“ im Oktober 2007 und dem Ausräumen mehrerer Hindernisse, wie Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk die Gäste erinnerte.
Mit dem neuen Gerichtsgebäude – bestehend aus der früheren Polizeiwache, dem Straßenbauamt und einem neu gebauten Verbindungstrakt – sei der „Anfang vom Ende der Zersplitterung der Neu-Ulmer Justiz“ gemacht worden, so Dr. Merk. War das Amtsgericht früher auf drei Standorte verteilt (unter anderem im Illertisser Vöhlinschloss), so sind es derzeit noch zwei: im besagten Neubau und nach wie vor am Heiner-Metzger-Platz beim Neu-Ulmer Bahnhof. Im Frühjahr 2013, wenn mit der „Runderneuerung“ des bisherigen Strafgerichts der dritte und letzte Bauabschnitt unter Dach und Fach ist, wird dann Justitia komplett an der Schützenstraße Quartier bezogen haben. Beate Merk rechnete vor, dass bis dahin der Freistaat Bayern über 9,6 Millionen Euro „in die Stärkung des Justizstandorts Neu-Ulm“ investiert haben wird.
„Wirklich harte Verhandlungen“
Nicht ohne Stolz berichtete die Ministerin, dass die Baumaßnahme trotz angespannter Haushaltslage erfolgt ist, wenngleich „nach wirklich harten Verhandlungen“. Hausherr und Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer begrüßte neben den zahlreichen Vertretern von Justiz, Politik, Polizei und Geistlichkeit auch seinen Vorgänger Dr. Bernt Münzenberg, unter dessen Ägide die Bauarbeiten begonnen haben. „Jetzt kannst Du die Früchte Deiner Arbeit begutachten.“ Mayer dankte in seiner Rede ausdrücklich dem Geschäftsleiter des Amtsgerichts, Karl Hofer. Ginge es nach Mayer, müsste Hofer „einen Orden“ für sein Engagement bei den Bauarbeiten erhalten. Mayer wertete das neue, „beispielhafte“ Justizzentrum als einen Beweis dafür, dass der Rechtsstaat die „Dritte Gewalt angemessen“ ausstattet. (kr)