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Festtag: Die Fahne im Glockenturm versteckt

Festtag

Die Fahne im Glockenturm versteckt

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    Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs hat der Krieger- und Veteranenverein Au am 1. Juni 1914 seine Fahnen geweiht. Die Aufnahme zeigt hinter den Festdamen die Fahnenabordnung mit dem neu geweihten Emblem im Festzug an der Kreuzung der heutigen Dorfstraße und Langestraße.
    Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs hat der Krieger- und Veteranenverein Au am 1. Juni 1914 seine Fahnen geweiht. Die Aufnahme zeigt hinter den Festdamen die Fahnenabordnung mit dem neu geweihten Emblem im Festzug an der Kreuzung der heutigen Dorfstraße und Langestraße. Foto: Archiv-Fotos: hank

    Illertissen-Au Der Krieger- und Soldatenverein Au wird 100 Jahre alt. Das Gründungsjubiläum wird am Sonntag, 25. September, gefeiert (siehe Info).

    Ein Blick in die Chronik verrät, dass der 253 Mitglieder zählende Verein am Sonntag, 30. April 1911, gegründet wurde. Er nannte sich Krieger- und Veteranenverein. In geheimer Wahl wurden Otto Rauner als Gründungsvorsitzender, Wilhelm Deeg als Schriftführer und Gottlob Oßwald als Kassier berufen. Am 7. Juli 1912 übernahm bis 1932 Josef Brönner die Führung des neuen Vereins. Aus seiner 20-jährigen Amtszeit von Josef Brönner ragt die Weihe der Kriegerfahne am 1. Juni 1914 heraus, die Pfarrer Josef Ost vornahm. Den finanziellen Grundstock für die Anschaffung der Fahnen bildete eine Spende der Fabrikanten Heinrich und Ernst Mack. Fabrikant Heinrich Mack stiftete auch einen Ehrenplatz für das erste Kriegerdenkmal an der Heinrich-Mack-Straße, das am 7. Mai 1920 eingeweiht wurde.

    23 Söhne aus Au kamen aus dem Ersten Weltkrieg nicht mehr zurück. Der 27. Juli 1930 war dagegen ein Freudentag für den Verein: Kommerzienrat Josef Forster übergab einen Klein-Kaliber-Schießstand seiner Bestimmung.

    Im September 1933 übernahm Josef Schmid sen. den Verein. Das 25-Jährige des Vereins stand am 26. August 1936 an. Von 1939 bis 1945 war Adam Binder Vorsitzender. Seinem besonnenen Handeln ist es zu verdanken, dass die Vereinsbücher und die Vereinsfahne noch vorhanden sind. Sie wurden von ihm im Glockenturm der alten Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt versteckt. Eine traurige Bilanz hinterließ der Zweite Weltkrieg für den Verein und das Illertaldorf.

    Kriegsgräber in Italien und Frankreich besucht

    Am 26. April 1952 schlug die Stunde der Wiedergründung. Josef Schmid sen. eröffnete am 10. Mai die erste ordentliche Generalversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg. Josef Gehring wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Das 50-jährige Jubiläum beging der Verein im Rahmen der Einweihung eines neuen Kriegerehrenmals im Juli 1961, die Pfarrer Anton Sepperl vornahm. Über 70 Namen von Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs stehen auf der Ehrentafel. Am 2. Februar 1963 übernahm der Teilnehmer des Zweiten Weltkriegs, Anton Binder, den Verein. Er und sein Ausschuss organisierten immer wieder Kriegsgräberfahrten nach Frankreich und Italien, die bei allen tiefe Trauer erkennen ließen.

    Nach 31-jähriger Amtszeit übergab Anton Binder den Vorsitz. Nun war die jüngere Generation daran. Von 1994 bis 2008 führte Claus Rogg den Verein, zu dem nun auch die einstigen Bundeswehrsoldaten stießen. Die Mitgliederzahl stieg an. 2008 legte Rogg das Amt nieder, doch kein Erster Vorsitzender wurde gefunden. Seit dieser Zeit steht der Zweite Vorsitzende Franz Drabert an der Spitze und erledigt die Vereinsgeschäfte.

    Der Verein zählt heute 253 Mitglieder. Jedes Jahr nehmen die Mitglieder mit Fahnenabordnung an den Kriegerwallfahrten nach Matzenhofen sowie Maria Steinbach teil und gestalten die örtliche Feier zum Volkstrauertag mit. Der weitere Ausbau der deutschen Soldatenfriedhöfe im Ausland, besonders in Russland, gilt der besonderen Beachtung. So wurden im Vorjahr 1250 Euro der Deutschen Kriegsopferfürsorge überwiesen.

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