Neues Hilfsangebot in Illertissen gut angenommen. Das Netzwerk soll wachsen

Illertissern Als „spannend, bewegend und anstrengend“, unterm Strich aber „durchweg sehr positiv“ beschreiben und beurteilen Bettina Schmid und Gabriele Wiedemann ihr erstes Jahr in Illertissen. Am 1. April 2010 haben die beiden Mitarbeiterinnen der „Ambulanten und Offenen Hilfe“ des Dominikus-Ringeisen-Werkes ihre Büroräume in der Wilhelm-Walker-Straße 20 in Illertissen bezogen.
Sozialpädagogin Bettina Schmid ist Ansprechpartnerin für die „Offene Behindertenarbeit“. Pflegemanagerin Gabriele Wiedemann obliegen die Bereiche „Ambulant Betreutes Wohnen“ und „Ambulanter Dienst“. Spannend sei dieses erste Jahr deshalb gewesen, weil alles neu war. „Wir mussten uns vor allem bekannt machen“, erinnert sich Bettina Schmid. Die beiden Frauen loben hier die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Illertissen sowie den umliegenden Gemeinden. Ob es sich um Veröffentlichungen in den örtlichen Gemeindeblättern oder auch nur das Auslegen von Flyern gehandelt habe, überall hätten sie Unterstützung erfahren. Der Start ist geglückt.
„Gleich zu Beginn hatten wir schon erste Anfragen für Beratungen, für Hilfen bei Antragsstellungen sowie für das Ambulant Betreute Wohnen und den Familienentlastenden Dienst“, erklärt Gabriele Wiedemann. Anfragen für eine Schulbegleitung seien später eingegangen. Dieser Bereich sei allgemein eher unbekannt und erst im Wachsen, so Wiedemann. Aber eine gute Sache. Eine Schulbegleitung hilft einem behinderten Kind, den Schulalltag besser zu meistern. „Das für gesunde Kinder beispielsweise problemlose Anziehen von Jacken oder das Essenholen in der Pause ist für behinderte Kinder oft zeitaufwendig und anstrengend.“ Unter Umständen könnten behinderte Kinder mit solchen Hilfestellungen sogar reguläre Schulen besuchen.
Breites Hilfsangebot
Bettina Schmid und Gabriele Wiedemann haben sich zum Ziel gesetzt, ein möglichst breites Hilfsangebot für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen und deren Angehörige auf die Beine zu stellen. Bewegend sei dieses erste Jahr oft gewesen, wenn Personen bei ihnen Unterstützung gesucht hätten, die „gar nichts hatten“. Nicht einmal einen Schwerbehindertenausweis, geschweige denn, irgendwelche Unterstützung erhielten. „Wir haben in vielen Fällen viel bewegt“, resümieren sie. Das sei oft anstrengend gewesen. „Doch wir sind mit unseren Aufgaben auch gewachsen“, sagen sie selbstbewusst.
Gewachsen ist auch das Personal. Waren Bettina Schmid und Gabriele Wiedemann am Anfang die einzigen Mitarbeiter der ambulanten und offenen Hilfe in Illertissen, so wurden sie schon nach wenigen Wochen von ihrer Sekretärin Sonja Müller unterstützt. Inzwischen sind hier insgesamt elf Arbeitskräfte unter anderem in Teilzeit oder stundenweise beschäftigt. Außer für Teambesprechungen, Organisatorisches oder schriftliche Belange spiele sich ihr Arbeitsalltag draußen ab.
Ihr Ziel für das zweite Jahr in der Vöhlinstadt haben sie klar gesteckt: Sie wollen vermehrt in und um Illertissen Präsenz zeigen, ihr Netzwerk ausbauen und weiter Menschen, die Hilfe benötigen, erreichen.
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