Bellenberg Mit einem Gottesdienst und einem Festakt in der Turn- und Festhalle haben die Mitglieder des Veteranen- und Soldatenvereins Bellenberg ihr 90-jähriges Bestehen gefeiert.
Während der Rede am Ehrenmal erinnerte der Vereinsvorsitzende Dieter Heidl daran, dass noch acht Veteranen, die im Zweiten Weltkrieg gedient haben und auch noch einige lebende Zeitzeugen aus der Gemeinde aufgrund der eigenen Lebensgeschichte über Leid, Not und Vertreibung berichten können.
Allein in Bellenberg mussten während des Ersten Weltkriegs 108 Mitbürger zu Felde ziehen. 26 von ihnen kehrten nicht mehr heim, elf verstarben an den Spätfolgen. Während des Zweiten Weltkriegs kamen 61 Bellenberger ums Leben oder sind seither vermisst. „Wann versteht die Menschheit endlich, dass es bei Kriegen keine Gewinner gibt, sondern nur Verlierer“, fügte Dieter Heidl an.
Vor 90 Jahren haben sich 36 Bellenberger auf die Fahne geschrieben, sich für die Förderung der Interessen der Kriegsgeschädigten, sowie der Hinterbliebenen gefallener und verstorbener Soldaten einzusetzen. Der stellvertretende Vorsitzende Reinhold Stetter stellte eine Kurzchronik vor und berichtete, dass der örtliche Veteranen- und Soldatenverein im Jahr 1922 von Michael Bucher gegründet wurde und noch im gleichen Jahr dem Bayerischen Kriegerbund beitrat. Die Fahnenweihe war dann am Ostermontag des Folgejahres. Nach dem Zweiten Weltkrieg formierte sich der Verein unter dem Vorsitzenden Matthias Bürzle im Jahr 1955 wieder neu. Im Februar 1966 errichteten die Mitglieder im Einvernehmen mit dem Gemeinderat ein Kriegerdenkmal bei der neuen Kirche. Bei der Mitgliederversammlung im Jahr 2003 übernahm der heutige Vorsitzende Dieter Heidl das Amt des Vereinschefs.
Die Ziele der Vereinsgründung stellte die Bürgermeisterin Simone Vogt-Keller in den Vordergrund. Diese dürften die Kameradschaftspflege, Völkerverständigung und der vorrangige Wille hilfsbedürftigen Kameraden und Hinterbliebenen helfen zu wollen, gewesen sein.
Erhaltung des Friedens als zentrale Aufgabe
Heute steht demnach die Mahnung gegen das Vergessen und der Erhalt des Friedens im Mittelpunkt der Bemühungen.
„Die heutige Generation, die die Kriegswirren nicht miterleben musste, ist sich der Wertstellung des Friedens oft gar nicht mehr bewusst“, fügte die Bürgermeisterin an.
Der Kreisvorsitzende Meinrad Langenwalter stellte heraus, dass die Gemeinschaft voll in das Vereins- und Gemeindewesen integriert und ein wichtiger Bestandteil dessen sei. Dies sah Vereinssprecher Rudolf Dippold auch vor dem Hintergrund, dass der Verein die Erinnerung an die oft so schwierige Vergangenheit wachhält und sich für Frieden in der Heimat und der Welt einsetzt.