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16. August 2011 14:40 Uhr

Konzert

Festliche Orgelklänge in der Stadtpfarrkirche

Mit den Ulmer Künstlern Anita Steuer und Siegfried Gmeiner Von Otto Mittelbach

Überzeugende Leistungen beim Marien-Konzert in der Weißenhorner Stadtpfarrkirche zeigten Anita Steuer (Sopran) und Organist Siegfried Gmeiner.
Foto: flx

Weißenhorn Zahlreichen Zuhörern wurde am Nachmittag des Patroziniums der Weißenhorner Stadtpfarrkirche ein Kirchenkonzert geboten, das die ausführenden Ulmer Künstler Anita Steuer, Sopran, und Siegfried Gmeiner, Orgel, unter den Leitgedanken „Gegrüßet seist du, Maria“ gestellt hatten.

Mit feinem Spürsinn waren die Ausführenden bei der Suche nach Mariengesängen und marianischer Orgelmusik fündig geworden. Reizvoll wirkte der Vergleich der „trois versets Ave maris stella“ von Jean Titelouze mit den „six versets sur le magnificat“ von Alexandre Guilmant. Der Erstgenannte kann als Begründer der französischen Orgelmusik überhaupt und Guilmant als Ausgangspunkt der romantischen Orgelmusik im westlichen Nachbarland bezeichnet werden.

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In beiden Fällen wurden die grundlegenden gregorianischen Weisen den Orgelsätzen als vokale Intonation vorangestellt. Die instrumentale Antwort wirkte bei dem archaisch-strengen Titelouze trotz seiner Beschränkung bei den klanglichen Mitteln aussagekräftiger. In einem eigens für das Fest geschriebenen Orgelwerk Guilmants imponierte die satztechnische Meisterschaft. Und noch ein Franzose stand im Programm: Nicholas Choveaux (1904-1995) mit einer Toccata über „Lasst uns erfreuen herzlich sehr“, einem Klanggewitter, wie sie seit Widors berühmtem Vorbild üblich wurden.

Organist und Sopranistin mit überzeugenden Auftritten

Der Organist Gemeiner fand sich in allen stilistischen Besonderheiten überlegen zurecht und interpretierte auch Bachs Choralfantasie „Den Herren will ich loben“, die sich wegen ihrer kunstvoll verarbeiteten Thematik deutlich hervorhob, mit fundiertem Gestaltungswillen. Die Sopranistin hatte sich das nicht direkt auf das Fest bezogene „Agnus“ aus Mozarts Krönungsmesse, das „Ave Maria!“ von Anton Dvorak, Max Regers “Mariä Wiegenlied“ und „Es blühn drei Rosen“ des Reger-Schülers Joseph Haas ausgewählt, deren unterschiedlichen Anforderungen sie mit ihrer leicht ansprechenden, klaren und in der Höhe mit kräftigem Sopran jubilierenden Stimme in hohem Maße gerecht wurde. Der Organist fügte noch Ludwig Boslets deutlich auf Mendelssohn und Rheinberger hinweisende Fantasie über „Maria zu lieben“ hinzu, bevor das Konzert mit „Hail holy queen“ aus dem Film „Sister Act“ in einer Art Happening endete. Die beifallsfreudigen Zuhörer hörten noch, beispielhaft fein dargeboten, das „Ave Maria“ von Bach-Gounod.

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