Vöhringen Das Feuer beim Entsorgungsunternehmen Knittel in Vöhringen am Donnerstagabend – wir berichteten bereits – ist aller Wahrscheinlichkeit nach durch Selbstentzündung entstanden. Zu diesem Ergebnis kamen Brandermittler der Neu-Ulmer Kriminalpolizei am gestrigen Freitag.
Flammen im Lager für den Gelben Sack
Hinweis auf eine Brandstiftung liegen laut Informationen des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in Kempten nicht vor. Die Ermittler gehen nach derzeitigen Erkenntnissen davon aus, dass eine Selbstentzündung in einem Gelben Sack die Ursache sein könnte. Dies hält auch Firmenchef Werner Knittel auf Nachfrage unserer Zeitung für möglich, da „das Feuer in dem Bereich der Lagerhalle entstand, wo die Gelben Säcke gelagert sind“. Seiner Meinung nach könnte brennbares Material entsorgt worden sein, das dort nicht hineingehört. Der Gelbe Sack ist eigentlich ausschließlich für Recyclingmaterial vorgesehen.
Die Mitteilung über das Feuer ging offenbar von Passanten aus, denen am Donnerstagabend kurz nach 19 Uhr eine meterhohe schwarze Qualmwolke aufgefallen war, die aus der Lagerhalle in der Adalbert-Stifter-Straße aufstieg.
Die erste Polizeistreifenwagenbesatzung stellte fest, dass der westliche Teil der circa 60 Meter langen und 25 Meter hohen Lagerhalle der Entsorgungsfirma in Flammen stand. Dort waren gelbe Sammelsäcke, gefüllt mit Kunststoffabfall mehrere Meter hoch gelagert. Auch das unmittelbar daneben gelagerte Altpapier brannte. Die Feuerwehren Vöhringen, Illerberg-Thal, Illerzell, Bellenberg, Weißenhorn, Senden und Neu-Ulm, die insgesamt mit etwa 100 Kräften im Einsatz waren, konnten das Brandgut ablöschen und ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude verhindern. Obgleich Messungen des ABC-Dienstes der Feuerwehr keine Schadstoffausbreitung ergaben, wurden vorsichtshalber die Anwohner in unmittelbarer Nähe des Brandortes, durch entsprechende Lautsprecherdurchsagen von der Polizei gewarnt. Menschen wurden keine verletzt. Unternehmer Knittel konnte gestern zur genauen Schadenshöhe noch keine konkrete Angabe machen.
Außer Polizei und Feuerwehr waren Vertreter der Stadtwerke Ulm und des Wasserwirtschaftsamtes sowie das THW und der Rettungsdienst vor Ort. (wk)