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Aktion: Fragen an die Generation Silberhaar

Aktion

Fragen an die Generation Silberhaar

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    Senioren: Um ihre Lebens- und Wohnsituation zu verbessern, hat die Stadt eine breit angelegte Befragung gestartet.
    Senioren: Um ihre Lebens- und Wohnsituation zu verbessern, hat die Stadt eine breit angelegte Befragung gestartet. Foto: dpa

    Illertissen Von Berufs wegen hat Bürgermeisterin Marita Kaiser viel mit Rentnern zu tun: Sie geht zu runden Geburtstagen, Goldenen Hochzeiten, Seniorennachmittagen. Deshalb weiß sie auch, dass ältere Menschen „mehr wollen, als sich nun hinhocken und Kaffee trinken“. Viele wollen sich in ihrem Ruhestand sinnvoll beschäftigen und möglicherweise auch etwas für die Gemeinschaft tun. Was die Senioren in Illertissen und seinen Ortsteilen tatsächlich möchten, wie sie leben wollen und wie sie tatsächlich leben, das versucht die Stadt mit einer breit angelegten Befragung herauszufinden. Seit Mitte vergangener Woche haben alle Bürgerinnen und Bürger über 65 Jahre einen gelben Fragebogen erhalten – das sind immerhin 3282 Menschen. Das Ergebnis aus diesen 28 Fragen soll in ein kommunales Seniorenkonzept fließen.

    Die Resonanz ist erstaunlich, wie Hauptamtsleiterin Kerstin Breymaier sagt: „Das ist Wahnsinn.“ Mittlerweile stehen täglich ältere Herren in ihrem Büro, die nicht einfach nur den Fragebogen zurückgeben wollen, sondern auch noch etwas zu erzählen haben. „Der Rücklauf ist sehr, sehr gut.“ Und sie kann in den Gesprächen manche Skepsis zerstreuen – wenn beispielsweise nach der Wohnsituation gefragt wird und bei dem Einen oder Anderen die Frage hochkommt: „Muss ich jetzt etwa ins Altenheim?“ Darum geht es nicht, versichern Kerstin Breymaier und Marita Kaiser. Die Stadt wolle mit solchen Fragen unter anderem herausfinden, ob es Bedarf nach mehr betreutem Wohnen oder den sogenannten Mehrgenerationenhäusern gibt, wie sie anderswo bereits entstanden sind. Dabei leben ältere Menschen und junge Familien bewusst zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen.

    Solche Hilfe funktioniert auch „ambulant“, also in der Nachbarschaft. Deshalb will die Kommune mit der Befragung auch herausbekommen, wie viele Senioren bereit wären, sich für die Gemeinschaft zu engagieren, etwa in der Kinderbetreuung, der Nachhilfe ober bei gemeinsamem Musizieren. Die Bürgermeisterin ist sich sicher, bei den Senioren der Stadt existiert noch viel Engagement-Potenzial, das sich für die Gesellschaft einsetzen ließe.

    Aber natürlich solle ebenso die Lebenssituation älterer Menschen verbessert werden. Dazu müsse die Kommune wissen, welche Wünsche und Bedürfnisse die Generation Silberhaar hat. „Da gibt es sicherlich blitzgescheite Leute, mit vielen Ideen, auf die wir selber noch gar nicht gekommen sind“, sagt Marita Kaiser. Sie selber habe bei ihren Seniorenbesuchen schon so viel Input bekommen. „Es wäre schade, wenn das brachliegen würde“, meint sie. Die Befragungsaktion läuft noch bis zum 21. Mai.

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