Unterroth In schwindelerregende, luftige Höhen auf gemeindefremdem Terrain haben sich am Freitagnachmittag Illertissens Bauhofleiter Johann Biber, diesmal in seiner Funktion als Storchenbetreuer, und Tobias Staiger von der Feuerwehr Illertissen begeben. Ihre Aufgabe: Das Storchennest auf dem Kirchturmdach in Unterroth wieder „bewohnbar“ zu machen. Im Inneren des Turmes assistierten weitere Kameraden der im Vorjahr neu gegründeten Absturzsicherungsgruppe der Illertisser Wehr unter Führung von Ivo Rembold. Der Gartenbauverein Unterroth hatte um Unterstützung gebeten, um das Storchennest auf dem Turm der Pfarrkirche wieder herzurichten. Kaum waren die ersten Dachplatten von innen entfernt, kam auch schon ein Storch und beobachtete das Geschehen.
Vögel aus Illertissen pochen auf ihr Hausrecht
Wie Bürgermeister Gerhard Struve berichtete, kommen die Störche vom Illertisser Schloss im Frühjahr, um ihr „Ausweichquartier“ in Unterroth zu verteidigen. Dabei vertreiben die Illertisser Störche dann ausgehungerte Jungstörche, die aus dem Süden einfliegen und ein neues Quartier suchen; deshalb hat in Unterroth seit mehreren Jahren kein Storchenpaar mehr gebrütet. Nach mehreren Stunden war das Nest vom alten Holz befreit und mit neuen Haselnussstecken und weiterem Ast- und Zweigmaterial ausgekleidet. Darunter hatte Johann Biber auch eigens einen Zedernzweig gelegt, denn er war von Storchenfreunden darauf aufmerksam gemacht worden, dass laut Psalm 104, Vers 17, der Storch in den Zedern nisten würde. Nun hoffen die Unterrother, dass sich heuer ein neues Storchenpaar auf dem Kirchturm niederlassen wird und dass nicht wieder die Illertisser Schloss-Störche kommen und diese vertreiben.
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