Illertissen Der Anfang ist gemacht: Die Stadt Illertissen will sich ein Integrationskonzept geben – und die ersten Ideen sind bereits auf den Tisch gekommen. Bei der Auftaktveranstaltung in der Schranne nahmen rund 100 Besucher teil, in vier Arbeitsgruppen diskutierten sie zusammen, was für die Menschen der Stadt Integration bedeuten könne.
Das Thema hat es in sich, das machte Bürgermeisterin Marita Kaiser klar: „So unterschiedlich die einzelnen Bürgerinnen und Bürger in ihrer Herkunft und in ihrem Glauben auch sind, so ist es wichtig, einen Zusammenhalt und ein Gemeinschaftsgefühl zwischen den Bewohnern unserer Stadt entstehen zu lassen – denn nur zusammen meistern wir die Zukunft.“ Organisiert hatte die Veranstaltung Julia Magdanz, Studentin an der Hochschule Kempten und nun für ein halbes Jahr als Integrationsbeauftragte bei der Stadtverwaltung, zusammen mit dem Arbeitskreis Integration.
Bei der Podiumsdiskussion, die in das Thema einführte, ließ Renate Kögel, Integrationsbeauftragte des Landkreises, Zahlen sprechen. Rund 30000 Migrantinnen und Migranten leben im Kreis Neu-Ulm, davon 2733 Menschen mit Migrationshintergrund in Illertissen. Wichtig bei der Entwicklung des Integrationskonzeptes ist es nach Ansicht von Renate Kögel als auch von Martin Neumeier, dem bayerischen Integrationsbeauftragten, die Teilhabe der Migranten am öffentlichen Leben deutlich zu verbessern und diese bei der Entwicklung mitzunehmen.
Biberach besitzt bereits ein Integrationskonzept. Von seinen durchaus positiven Erfahrungen damit berichtete Oberbürgermeister Thomas Fettback. Nach seinen Erkenntnissen sei es besonders wichtig, sich für die Entwicklung Zeit zu nehmen. Seit es dieses Konzept in Biberach gibt, habe sich das Klima innerhalb der Stadt deutlich zum Positiven entwickelt. Auffallend dabei sei vor allem eine neue Art von offenem Dialog und einer Begegnung von allen auf gleicher Augenhöhe. Dabei sei Integration vor allem eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Nicht nur die Kommune, auch Vereine seien dazu aufgerufen, sich mit einzubringen. Alles in allem ist das Integrationskonzept eine Angelegenheit, die Zeit, Geld und einiges an Personalaufwand verlangt.
Kasim Kocakaplan, Vorsitzender des Illertisser Arbeitskreises Integration und der pensionierte Schulleiter Siegfried Schwab berichteten von ihren Erfahrungen mit Integration. Für Kocakaplan ist die Ausgangssituation nicht schlecht, aber es gebe einige Punkte, an denen noch gearbeitet werden müsse. Ähnlich sieht es Siegfried Schwab, dem eine Verbesserung der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund am Herzen liegt. Bei der Diskussion in den Arbeitsgruppen gab es bereits erste Resultate. So bedeutet Integration für viele, die Teilhabe und Teilnahme am öffentlichen Leben. Um dies bewerkstelligen zu können, müssten Begegnungen arrangiert werden, damit der Dialog und die gegenseitige Akzeptanz gefördert werden. (az)