Babenhausen Bereits im Februar startete die Illertisser Zeitung den IZ-Ernährungstipp. In dieser Serie informieren uns Experten aus dem Verbreitungsgebiet regelmäßig zu verschiedenen Schwerpunkten rund um die richtige und gesunde Ernährung. Diese Woche ist unser Ansprechpartner Susanne Bartel aus Babenhausen. Bereits in unserer Zuckerguss-Ausgabe im Frühjahr vergangenen Jahres hat die Ernährungsberaterin bewiesen, dass süße Leckereien nicht unbedingt kalorienreich und ungesund sein müssen. Uns verrät die 36-Jährige, wie sich reguläre Backrezepte austricksen lassen und man bestimmte Zutaten reduzieren oder ersetzen kann.
„Vor allem Kuchen und Gebäck aus dem Supermarkt enthalten in der Regel zu viel Zucker, Weißmehl, Konservierungs- und Farbstoffe“, sagt Susanne Bartel. „Das sind leere Kalorienträger. Da ist nichts drin, was gesund ist.“ Deshalb empfiehlt die Ernährungsberaterin, öfters einmal Kekse und Ähnliches selbst zu backen.
„Es ist nicht so, dass der Zucker komplett weggelassen werden muss“, betont sie. Oftmals reiche es aus, ihn nur zu reduzieren, Vollrohrzucker zu verwenden oder durch natürliche Produkte wie Ahornsirup oder Honig zu ersetzen.
Auch Stevia, ein natürlicher Süßstoff aus dem sogenannten Honigkraut, sei theoretisch eine Alternative. „Allerdings muss man wissen, wie man damit umgeht“, erklärt Bartel. Denn das Produkt, das inzwischen in gut sortierten Lebensmittel- und Reformläden erhältlich ist, ist 300-mal süßer als Zucker. Kleinstmengen reichen aus, um einen ganzen Kuchen zu süßen. Die Masse, die sonst im Teig der Zucker ausmacht, fehlt also und muss ausgeglichen werden. Susanne Bartel rät daher, sich mit einem speziellen Backbuch zu informieren.
Mit Joghurt lasse sich zumindest ein Teil der Fettmasse ersetzen
Doch nicht nur beim Zucker können Kalorien gespart werden, auch beim Fett ist das möglich. „Ich verwende oft Halbfettbutter. Gerade im Rührkuchen fällt das fast nicht auf.“ Zwar seien pflanzliche Fette, wie in Margarine, besser zu verdauen als tierische. Jedoch seien darin oft gehärtete Fette enthalten, die im Verdacht stehen bei Erhitzung krebserregend zu sein. Auch mit einem Becher Naturjoghurt lasse sich zumindest ein Teil der Fettmasse ersetzen. „Allerdings muss man experimentieren, was wirklich funktioniert.“
Vollkornmehl enthalte im Gegensatz zum oft verwendeten Weißmehl wertvolle Ballaststoffe. Deshalb rät Susanne Bartel, auch beim Kuchenbacken dazu zu greifen. Weil Vollkornmehl stärker aufquillt, muss mehr Flüssigkeit in den Teig. Da reiche ein Schluck Wasser oder Milch aus. Wer sich allerdings noch nie auf Vollkorn eingelassen hat, der sollte sich langsam herantasten und zunächst nur die Hälfte der angegebenen Menge durch Vollkorn austauschen. Besonders kalorienarm und gut für den Darm sei übrigens Kuchen mit Hefeteig. „Jedenfalls ohne tonnenweise Streusel“, sagt die Ernährungsberaterin.
Mit Susanne Bartels Tipps also können Naschkatzen in Zukunft ihr Stück Kuchen mit Genuss, aber ohne schlechtes Gewissen essen.