Der Geriatrieabteilung an der Illertisser Illertalklinik fehlen Patienten. Deshalb wurde eine von zwei Stationen vorübergehend geschlossen. Darüber hinaus überwiegen in der Krankenhaus-Bilanz des Landkreises Neu-Ulm aber die positiven Nachrichten.
Die drei Kreis-Kliniken erfreuten sich auch 2011 bei Patienten einiger Beliebtheit – zumindest wenn man von der Statistik ausgeht. Die Belegungszahlen waren nach Aussage von Stiftungsdirektor Konrad Hunger „auf hohem Niveau stabil“.
Gewinner war – wie immer – das Weißenhorner Stiftungskrankenhaus, in dem im vergangenen Jahr 7797 Patienten behandelt wurden, 259 oder 3,4 Prozent mehr als 2010. Einen leichten Rückgang um 86 Patienten registrierte die Donauklinik Neu-Ulm, in der 2011 exakt 8210 Kranke ärztliche Hilfe in Anspruch nahmen. In der Illertalklinik Illertissen wurden 3661 Erwachsene und Kinder verarztet, ein minimaler Rückgang um 15 Patienten.
Besonders freute Konrad Hunger gestern im Krankenhausausschuss des Kreistags, dass die Wochenstation in Neu-Ulm boomt. 2011 erblickten dort 502 Babys das Licht der Welt – 76 mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Nicht kommentiert wurden die Geburten an der Illertalklinik: 647 im Jahr 2011, ein Rückgang um 26.
Konrad Hunger informierte den Ausschuss darüber, dass seit Neujahr eine der zwei Stationen der Geriatrieabteilung im Illertisser Krankenhaus wegen geringer Belegung geschlossen ist. Derzeit stehen deshalb nur 27 von insgesamt 50 Betten zur Verfügung. Für Landkreisbürger aber kein Grund zur Sorge: Im Fall der Fälle haben sie die Garantie, in Illertissen geriatrisch versorgt zu werden. Ein Grund für die zeitlich begrenzte Schließung ist eher makaberer Natur: Wegen des bis lange relativ milden Winters brachen sich weniger Alte bei Stürzen auf glatten Wegen den Oberschenkelhalsknochen. Die Folge war, dass die Krankenkassen weniger Rekonvaleszenten nach Illertissen schickten. Aber es gibt weitere Ursachen – beispielsweise sind Kliniken in der Nachbarschaft in die Geriatrie eingestiegen und haben Personal der Illertalklinik abgeworben.
Der Fachkräftemangel wird immer mehr zum Problem. Um das Ziel zu erreichen, eine finanziell lukrative akutgeriatrische Station in Illertissen einzurichten, fehle es an einem zweiten Geriater. Da laut Hunger derartige Fachärzte rar sind, gleichzeitig aber händeringend gesucht würden, habe man sich entschlossen, selbst einen Geriater ausbilden zu lassen. Der wird allerdings frühestens in eineinhalb Jahren seine Tätigkeit aufnehmen können.
Die vor Kurzem wieder eröffnete Notfallambulanz im Illertisser Krankenhaus werde pro Woche durchschnittlich von 100 Personen aufgesucht. Hunger sieht „Potenzial nach oben“.