Hundertfach mehr Pferdestärken als sonst waren am Wochenende auf dem Reitplatz an der Obenhauser Straße angesagt: Wo sonst Turnierpferde über Hindernisse springen, gaben sich mehr als zweihundert Bikes, Quads und „Custom Cars“ die Ehre. So waren anstelle nobler Pferdenamen eher Bezeichnungen wie Wrangler, Chevrolet, Dodge und ähnliche zu lesen und in den Gesprächen des zahlreich erschienenen Publikums zu hören.
Nach einem verregneten Samstag, bei dem den unentwegten Besuchern – viele stilgerecht mit Stiefeln, Cowboywesten und Westernhüten ausstaffiert – nur blieb, der fetzigen Countrymusic der Schweizer Gruppe „Country Heat“ in der Reithalle zu lauschen, war der Sonntagnachmittag offensichtlich die Attraktion für Muttertagsausflügler aus nah und fern.
Unbestrittener Star unter den Oldtimern war eine original amerikanische Feuerwehr-Drehleiter aus den Siebziger Jahren, die im US-Bundesstaat New Jersey vierzig Jahre lang im Dienst war und die ein Fahrzeug-Fan aus dem Unterallgäu eigenhändig aus der norwegischen Hauptstadt Oslo hier hergefahren hatte.
Jedes der „Custom Cars“ glänzte durch irgendeine Besonderheit, denn das macht ja gerade den Reiz dieses Fahrzeugtyps aus: „In den Umbauten und Ergänzungen steckt oft mehr Geld als im ursprünglichen Fahrzeug selbst“, erklärte einer der Aussteller. Biker-Custom-Car-Spektakel in Illertissen
Und was es da alles gibt: Hochglanz-Chromleisten in allen Formen, Motorhauben, unter denen man schon fast einen kompletten modernen Kleinwagen unterbringen kann, Auspuffanlagen, die eher Raketen-Abschussrampen gleichen und nicht zuletzt Aufkleber aller Art sowie Kennzeichenplaketten, die so richtig schön „stylish“ die Front- und Heckpartie der „Custom Cars“ verzieren.