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Hilfseinsatz: „Ich habe schon viele sterben sehen“

Hilfseinsatz

„Ich habe schon viele sterben sehen“

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    Sylvia Rohrhirsch aus Bellenberg hat Erfahrungen mit der Hilfe in Afrika. Morgen bricht sie zu einer Mission nach Burkina Faso auf. Dort baut sie mit einem Team von LandsAid die medizinische Versorgung in einem Flüchtlingslager auf. Die Menschen dort sind vor dem Konflikt im Nachbarland Mali geflohen (Bilder rechts).
    Sylvia Rohrhirsch aus Bellenberg hat Erfahrungen mit der Hilfe in Afrika. Morgen bricht sie zu einer Mission nach Burkina Faso auf. Dort baut sie mit einem Team von LandsAid die medizinische Versorgung in einem Flüchtlingslager auf. Die Menschen dort sind vor dem Konflikt im Nachbarland Mali geflohen (Bilder rechts).

    Bellenberg Die Frage nach dem „Warum“ ist so eine Sache. Die kann Sylvia Rohrhirsch nicht so recht beantworten. Vielleicht habe es etwas damit zu tun, dass die Stärkeren den Schwächeren helfen sollten, meint sie. Deswegen wird die Krankenschwester aus Bellenberg morgen wieder losfliegen und „Schwächeren helfen“.

    Ihr Ziel ist das westafrikanische Land Burkina Faso. Das ist nicht nur von der anhalten Dürre in der Sahel-Region gebeutelt, es muss auch die Folgen der Konflikte im ungleich größeren Nachbarstaat Mali mittragen. Der droht im Chaos zu versinken, seit dort Tuareg-Rebellen in den riesigen Wüstengebieten einen eigenen Staat ausgerufen haben. Hunderttausende von Menschen sind auf der Flucht vor Terror und Gewalt. In Soum, im Norden von Burkina Faso, sind zwei Camps mit rund 11000 Flüchtlingen aus Mali entstanden. Sylvia Rohrhirsch wird dort zusammen mit drei weiteren Abgesandten der Kauferinger Hilfsorganisation LandsAid ein medizinisches Versorgungszentrum aufbauen – ein harter Job, denn bisher ist dort noch nichts. Mit einer kleinen mobilen Klinik werden die Helfer nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch die Not leidende Bevölkerung versorgen. Was auf das Vorausteam zukommen wird, ahnt Sylvia Rohrhirsch schon: Viele Menschen, die nicht nur unterernährt sind, sondern auch unter Immunkrankheiten, Hautkrankheiten und diversen Verletzungen leiden. Viele Flüchtlinge werden sehr stark ausgetrocknet sein, vor allem die Kinder. Denen müssen die Helfer mit sehr viel Geduld in winzigen Portionen nach und nach Flüssigkeit zuführen.

    Ein gewaltiges Problem sind die oft katastrophalen hygienischen Bedingungen und der damit einhergehende Durchfall. Der ist für die vielen kleinen Kinder lebensbedrohlich. „Ich habe schon so viele sterben sehen“, sagt die Bellenbergerin, die seit 2006 für LandsAid im humanitären Noteinsatz ist. Eine belastende Situation, aber das dürfe man nicht so an sich heranlassen, erklärt die erfahrene Krankenschwester. Dennoch macht es sie oft wütend, die kleinen Opfer von Krieg und Gewalt vor sich zu sehen.

    Ihre Kinder sind solche Einsätze schon gewohnt

    Für sie ist es seit Längerem mal wieder ein humanitärer Einsatz, zuletzt hatte sie sich vor allem um ein Schulprojekt in Kenia gekümmert. Angst? Die hat sie nicht, und auch ihre beiden erwachsenen Kinder machen sich keine Sorgen: „Die sind das schon gewohnt.“ Sie selber ist gut präpariert, denn zum einen schult LandsAid seine Helfer intensiv, zum anderen hat die Bellenbergerin schon etliche Einsätze hinter sich. Es gebe halt einige Regeln, an die man sich halten müsse. Dass sie nach Afrika gehen würde, wusste sie schon länger, doch wann es losgeht, hat sie erst am Dienstagabend erfahren. Aufgeregt ist sie nicht, wie sie beteuert, höchstens gespannt: „Aber vielleicht hatte ich noch keine Zeit, aufgeregt zu sein.“

    LandsAid hat ein Spendenkonto eingerichtet bei der Sparkasse Landsberg-Dießen, Konto 14001, BLZ 70052060 Stichwort „Burkina Faso“

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