Oberroth Beim Lachen werden vom Kopf bis zum Bauch rund 300 Muskeln angespannt, allein 17 im Gesicht. Richtig herzhaftes Lachen stellt ähnlich hohe Anforderungen wie Leistungssport, macht nicht nur Spaß, sondern ist außerdem gesund. Die Mitglieder der Theatergruppe Oberroth wissen das. Jedes Jahr scheuen sie deshalb keinen Aufwand, um die Lachmuskeln ihres Publikums kräftig zu aktivieren. Und das mit Witz, Schwung und komödiantischer Spielfreude.
Mit der Komödie „Amore mio“ von Ute Tretter-Schlicker haben die Akteure um Johann und Hermann Deininger wieder einen Volltreffer gelandet. Als sich der Premieren-Vorhang im Reitinger-Saal öffnet, sitzen die Besucher gleich mittendrin in der Wirtsstube von Gunther. Dort verteidigt seine Schwester Traudl (Heidi Schmid) verbissen ihr Regiment. Mit allen Mitteln will sie verhindern, dass Gunther (Walter Brönner) die attraktive Rosa (Teresa Mayer) heiratet – nicht nur weil deren Bruder Joe (David Heil) sich als richtiger Macho und „Schneckenchecker“ entpuppt. Aber Traudl hat noch ein anderes Ziel: Sie möchte unbedingt die Haushälterin des neuen Dorfpfarrers werden. Auch Maria (Sabine Heil), die Vorsitzende des „Clubs der enthaltsamen Jungfrauen“, ist scharf auf diesen Job. Denn dank ihres kleinen „Sündenbüchleins“ hat sie alle Fehltritte der Dorfbewohner genau im Blick.
Mit seinen während eines „Italienien“-Urlaubs angeeigneten Sprach- und Eroberungskünsten weckt Franzl (Windfried Riedlberger) bei der umworbenen Traudl Eifersucht. Parallel dazu wickelt Joe die plötzlich alles andere als jungfernhaft wirkende Maria um den kleinen Finger. Aber nur so lange, bis ihr mitten im Liebeswahn das wertvolle Büchlein abhanden kommt. Als die beiden Kontrahentinnen den neuen Dorfgeistlichen Ehrmann (Johann Deininger) versehentlich für den zum Junggesellenabschiedsparty bestellten Stripper halten, ist es aus mit dem Status der „sittsamen, gepflegten und verschwiegenen Pfarrhaushälterin.“ Während Gunther und Rosa letztendlich doch noch zusammenfinden, machen sich Traudl und Maria kurzerhand ihr eigenes Happy End: „Es lässt sich ja alles noch mal von hinten aufrollen“, sind sie sicher.
Die Gags sitzen an der richtigen Stelle
Dieser kurze Handlungsabriss verspricht weniger als das, was die Hobby-Akteure schließlich halten. Johann und Hermann Deininger haben die Fäden der Regie fest in der Hand. Die Gags sitzen an der richtigen Stelle und Situationskomik wird voll ausgekostet. Dass der Funke aber sogleich ins Publikum überspringt, liegt an der überschäumenden Spielfreude der Akteure. Als Neulinge auf den viel zitierten Brettern fügen sich David Heil und Teresa Mayer prima ins bewährte Ensemble ein. Dieses wird von Monika Deininger im Souffleurkasten unterstützt.