Sonntag, 24. September 2017

26. September 2010 19:05 Uhr

Mit makelloser Klarheit

Illertissen Im ersten Konzert der 19. Illertisser Orgeltage stellte Peter Schnur, Dekanatskirchenmusiker in St. Jakob, Friedberg, und Konzertorganist, ein anspruchsvolles Kontrastprogramm mit Werken des 18. und 19. Jahrhunderts vor. Von otto mittelbach

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Sinnenfrohe Klänge von Georg Muffat standen am Anfang. Er wird gerne als typisch süddeutscher Meister bezeichnet, stammt aber aus Savoyen und war nach seinen Studien in Paris zunächst im Elsass tätig, ehe er an den Hof von Salzburg und nach Passau kam. Wie die "Tokkata septima" beispielgebend bewies, gelang ihm eine glückliche Synthese französischer, italienischer und süddeutscher Elemente. Das macht seine Schöpfung liebenswert, besonders wenn so farbig registriert. Und die kunstvolle Verdichtung der Stimmen gegen Ende der Fuge verlangt ein gehöriges Maß an Fingerfertigkeit.

Die wird bei Bach noch gesteigert, sind seine sechs Triosonaten doch, sozusagen, die Hohe Schule des Orgelspiels. Die Fünfte beginnt mit einer frischen Fanfare, die in den beiden Oberstimmen ein ununterbrochenes Laufwerk initiiert. Im Largo wird eine wunderschöne Melodie mit Echowirkung ausgesponnen und im Schluss-Satz auch der Bass, zuvor mehr stützend als gleichwertig in den Themenablauf einbezogen. Schnurs Spiel war von makelloser Klarheit.

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Präludium und Fuge in Es nehmen selbst in Bachs Riesenwerk eine Sonderstellung ein. Sie markieren, als gewaltige Klanggebäude konzipiert, Anfang und Ende der "Orgelmesse" und umrahmen zahlreiche, dem Ordinarium entsprechende Teile.

Beide Monumentalwerke sind jeweils auf drei Themen aufgebaut. Die schwierige Aufgabe des Interpreten besteht darin, über die technische Bewältigung des sowieso schon sehr heikel zu realisierenden Stimmenflusses hinaus die innere Balance zu halten und die Strukturen der Architektur herauszuarbeiten. Das ist in der Fuge mit dem Wechsel von 2/1- zu 6/4- und 12/8-Takt eine besondere Herausforderung, die Schnur technisch bravourös und im dritten Teil mit zum organo pleno verstärkter Registrierung löste.

Elegante Wiedergabe und anmutige Zugabe

Von César Franck, dem bedeutendsten französischen Orgelmeister des 19. Jahrhunderts, folgte das entzückende "Prélude, Fugue et Variation op. 18". Auch Franck reichert gegen Fugenende die melodische Substanz durch weitere Stimmen an, bedient sich dabei aber eher der Art Muffats als der überragenden Kompositionstechnik Bachs, der mit der Fuge Es ein Gipfelwerk des Kontrapunkts schuf.

Den Schluss des Programms bildete der erste Satz aus der Symphonie Nr. 5 von Charles-Marie Widor. Repräsentativ, ebenso ideenreich wie harmonisch interessant, steht dieser Teil im Schatten der berühmten Tokkata aus der gleichen Symphonie. Schnur brillierte mit einer eleganten Wiedergabe des pompösen Stücks. Dem lang anhaltenden Beifall ließ er noch eine anmutige Zugabe folgen.

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