Teilnehmer des Projektes waren das Evangelische Kinderhaus "Arche", die integrative Kindertagesstätte "Rappelkiste", die Kitas "Pusteblume" Illerzell, St. Martin, Illerberg, Kita-Nord und St. Michael Vöhringen. Jutta Heim-Sperlich, die zusammen mit Annemarie Schmidt und Birgit Rocchi das Projekt in den Kindertageseinrichtungen 18 Monate lang als Sprachberaterin begleitet hatte, dokumentierte in Bild und Schrift die Arbeit in den einzelnen Einrichtungen. Es ging dabei unter anderem um Spracherwerb, Sprache überall, Lern- und Schreibwerkstatt, Buchstaben und Zeichen und um Literaturwochen mit Lesestunden. Jutta Heim-Sperlich machte deutlich, wie sich das Projekt realisieren ließ. Erwachsene übernahmen oft die Rolle der Moderation, es gab Rollenspiele und es wurde geforscht, wo kommt Sprache eigentlich her. Das Projekt ist Teil des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans.
Bürgermeister Karl Janson betonte, "Sprachförderung wird in der frühkindlichen Bildung und Erziehung in unseren Kindertagesstätteneinrichtungen groß geschrieben." Denn die Förderung der Sprache spiele eine zentrale Rolle. Er lobte das Engagement in den einzelnen Einrichtungen, weil die Teams die Sprachförderung kontinuierlich optimiert haben. "Sprache ist einfach der Schlüssel zur Kommunikationsfähigkeit und Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes, eines jeden Menschen." Die Beherrschung der Sprache, so Janson, sei gerade für Kinder eine ganz wichtige Voraussetzung zur Erhöhung der eigenen Bildungschancen. Mädchen und Buben lernen die Sprache durch das Sprechen im Elternhaus und finde seine Fortsetzung in den Kindertagesstätten. Janson wörtlich: "Die Eltern legen hierbei den Grundstein des Spracherwerbs und beeinflussen damit den Lebensweg und die Bildungskarrieren ihrer Kinder ganz entscheidend." Die Kitas legen wichtige Bausteine in der Sprachförderung, die Erzieherinnen beraten die Eltern und unterstützen sie.
Lange Zeit habe man diese Aufgabe der Schule zugeteilt. Heute sei man der Ansicht, dass man nicht früh genug mit Sprachförderung beginnen kann. "Gerade in einer sozialen Gemeinschaft kann die Sprache bestens erlernt werden." Wichtig für Janson, diese Sprachförderung ist nicht nur für Kinder mit Migrationshintergrund gedacht, sondern für alle Kinder. Dann können sie miteinander reden, einander verstehen und miteinander spielen.
Eingeführt hatte in die Feier, die in der Illerberger Kita stattgefunden hat, Annemarie Schmidt als Leiterin des in Vöhringen praktizierten Projektes. Hans Scheiterbauer-Pulkkinen von der Arbeiterwohlfahrt bekannte, dem Projekt erst skeptisch gegenübergestanden zu haben. Doch jetzt denke man bereits an ein Weitermachen nach. "Es ist eine tolle Sache, die das Ministerium da auf den Weg gebracht hat."