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Nachruf: Osterberg trauert um seinen Baron

Nachruf

Osterberg trauert um seinen Baron

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    So kannte man ihn: ein weltmännischer Baron Dieter von Malsen-Ponickau – fotografiert, als er noch Schlossherr in Osterberg war. Am Dienstag ist er 83-jährig im Krankenhaus in Memmingen gestorben.
    So kannte man ihn: ein weltmännischer Baron Dieter von Malsen-Ponickau – fotografiert, als er noch Schlossherr in Osterberg war. Am Dienstag ist er 83-jährig im Krankenhaus in Memmingen gestorben.

    Osterberg Nun hat die Gemeinde Osterberg ihren Baron ganz verloren. Am Dienstagmorgen, 20. März, starb Dieter von Malsen-Ponickau im Krankenhaus in Memmingen. Am 8. August 2012 wäre er 84 Jahre alt geworden. Obwohl der Ex-Schlossherr 1997 seine Besitztümer in Osterberg verkauft und zuletzt in Bad Grönenbach gewohnt hat, war er als Gönner und Ehrenmitglied sämtlicher örtlicher Vereine stets gerne zu Festivitäten in die alte Heimat zurückgekehrt.

    „Der Baron war wegen seiner Leutseligkeit und Bürgernähe von allen sehr geschätzt“, sagt Altbürgermeister Hermann Häußler. Sein Wegzug habe zu einschneidenden Veränderungen im Dorf geführt, das gewohnt war, seine Feiern, sei es die Fronleichnamsprozession oder das Musikerfest, gemeinsam mit ihm zu begehen.

    Als Spross schwäbisch-preußischen Adels hat der Baron den Namen Osterbergs in der Welt bekannt gemacht: als Filmproduzent in Hollywood, „Brotbaron“ in Frankreich, zeitweiliger Begleiter der berühmten Ex-Kaiserin Soraya, passionierter Reiter und Jäger, Freund schwäbischer Blasmusik oder Liebling der Klatschpresse. Sogar als Boxer hat er sich einen Namen gemacht. In Frankreich sei er mitunter als „Münchhausen“ bezeichnet worden, verriet Malsen-Ponickau, einziger deutscher Ehrenoffizier der französischen Kavallerie, einmal im Gespräch mit unserer Zeitung. Seine Geschichten klängen einfach so unglaublich, doch im Unterschied zu denen des Lügenbarons habe er die seinen tatsächlich erlebt. Beim Ölbohren im US-Bundesstaat Montana ereilte ihn 1955 die Nachricht vom Tod seines Vaters und er kehrte nach Osterberg zurück. Mit ihm fand der kleine Ort schnell seinen Platz auf der Landkarte des internationalen Jetsets.

    Der Baron war zweimal verheiratet. Bis zuletzt kannten und schätzten die Osterberger ihren Baron als gestandenen, humorvollen Mann, der mit ihnen voll Vergnügen in den Wäldern um Osterberg alte Jagdrechte wahrnahm. Sich nicht zu viele Sorgen machen und regelmäßig „ein schönes Glas Whisky“ genießen, pflegte er gerne als sein Rezept für ein erfülltes Leben zu benennen.

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