Juckende Augen, triefende Nase und in schlimmen Fällen Hustenanfälle und Atemnot. Nein, so möchte man den Frühling wahrlich nicht verbringen. Doch für Allergiker ist das der Alltag. Etwa jeder fünfte Bürger leidet unter Heuschnupfen.
Hausmittel helfen da wenig, meint Apothekerin Dr. Andrea Grandl aus Babenhausen. „Jeder muss individuell behandelt werden. Es gibt auf dem Markt sehr viele Medikamente, wie Augen- und Nasentropfen, die die Beschwerden lindern. Es bringt meiner Ansicht nach wenig, wenn man versucht, der Allergie anders Herr zu werden, beispielsweise durch Duschen vor dem Schlafengehen.“
Annette Bihler, Ärztin am Unterallgäuer Gesundheitsamt im Landratsamt, sieht das etwas anders. Natürlich sei es wichtig, die Pollenallergie rechtzeitig zu behandeln, damit kein allergisches Asthma entstehe, aber mit kleinen Tricks könne man die Heuschnupfenzeit im Frühling viel erträglicher machen. Auf dem Land sollte man abends zwischen 19 und 24 Uhr lüften, in der Stadt dagegen am Morgen zwischen 6 und 8 Uhr. Dann ist die Pollenkonzentration in der Luft am geringsten.
Auch abendliches Haarewaschen sei hilfreich. Und die Kleidung sollten Allergiker stets außerhalb des Schlafraums aufbewahren. Zudem helfe auch das Tragen einer Sonnenbrille gegen das lästige Augenjucken.
Es gibt noch viel mehr Tipps, die derzeit im Internet kursieren. Etwa, die Nase mit Kochsalz zu spülen, am Morgen mit einem großen Schluck Speiseöl zu gurgeln oder sich Vaseline in die Nasenlöcher zu schmieren.
Die Ursache hinter der Allergie finden
Heilpraktiker und Osteopath Ralf Vogt aus Illertissen will es erst gar nicht so weit kommen lassen. „Die Ursache des Allergieproblems muss gefunden werden“, sagt er. „Die Frage ist doch, warum das Immunsystem mit den Allergiesymptomen reagiert. Dahinter können psychoemotionale oder toxische Ursachen stecken.“
Hat die Allergie einen dann aber im Griff, müsse man, so Vogt weiter, als Erstes versuchen, das Immunsystem zu stärken und wieder umzustellen, beispielsweise mit einer Eigenbluttherapie.
Derzeit kämpfen Allergiegeplagte hauptsächlich mit Eschen-, Buchen- und Birkenpollen, die als gelber Film an Fensterscheiben und auf Motorhauben kleben.
Ab Mai beginnen dann die Gräserpollen zu fliegen. „Gerade eine Allergie gegen Gräser kann man bei Kindern gut therapieren“, sagt der Allgemeinarzt Dr. Horst Hennrich aus Bellenberg. Bereits im Herbst bekommen die Kinder Tropfen zur Desensibilisierung anstatt der üblichen Spritze. „Insgesamt muss die Tropfen-Behandlung drei bis fünf Jahre weitergeführt werden“, so Hennrich weiter.
Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, den Körper auf die eindringenden Allergene vorzubereiten. „Bereits sechs Wochen vor dem üblichen Beginn des Heuschnupfens kann man Chromoglyzin-Säure einnehmen. Die gibt es in der Apotheke“, rät Hennrich. Cortison sei nur das allerletzte Mittel, wenn andere Medikamente nicht geholfen hätten. Der beste Tipp überhaupt aber sei viel einfacher: Den Pollen aus dem Weg gehen und tagsüber die Rollos herunterlassen.