Vöhringen „Ich will ja nur, dass die Menschen lachen“, hat einmal Karl Valentin gesagt. Dieser Wunsch erfüllte sich im Wolfgang-Eychmüller-Haus mit „Karl Valentins Theaterbesuch.“ Ein szenisch-musikalischer Abend mit Originaltexten von Karl Valentin und Liesl Karlstadt, unterstützt vom Blas- und Zupfsymphonett, in Szene gesetzt vom „ValentinKarlstadt Theater München“ kam fast einer Zeitreise gleich. Bele Turba und Gerald Karrer mimten die beiden Erzkomödianten trefflich.
Karl Valentins Humor ist von ganz spezieller Art – skurril, witzig, oft auch hintersinnig und verquer. Valentin brauchte nie lange nach Texten zu suchen. Er schaute ganz einfach dem Volk aufs Maul. In Liesl Karlstadt fand er eine kongeniale Partnerin, die von Bele Turban gespielt wird. Sie und Gerald Karrer als Karl Valentin kommen ganz nah an die Originale heran.
Schon der Beginn ist viel versprechend. Ein nicht leuchtender Scheinwerfer wird zum Gegenstand des Interesses. Eine Umstandskrämerei beginnt, denn die Quelle des Fehlers muss ja erst mal erkundet werden. „Der Firmling“ ist so eine Art „wenn der Vater mit dem Sohne.“ Frisch gefirmt landen die beiden in einem Gasthaus, das der Herr Papa, der bereits vorher tief ins Glas geschaut hat, im Nu in seine Bestandteile zerlegt. Die erste „Zigarrn“ darf der Sohnemann rauchen, die ihm gehörig auf den Magen schlägt. Wie der junge Mann auf seinem Stuhl hin- und herwankt – ihm ist ja so schlecht – ist Komik pur bei sparsamer Gestik.
„Der Zithervirtuose“ gehört zu den weniger bekannten Sketchen. Manchmal möchte man meinen, dem Humor ein wenig auf die Sprünge zu helfen, wenn Karl Valentin so gar nicht zu Potte kommt. Aber genau das ist Valentin wie er leibte und lebte, die Dialoge witzig-spritzig.
Die Figuren, die Valentin geschaffen hat, sind zeitlos, denn die Widrigkeiten des Alltags haben sich kaum verändert. Mit zum Duo gehören als stummer Diener und Dirigent des Orchestrions Anno Kohler und Christian von der Au, der die musikalische Leitung hat. Der typische Valentin’sche Humor kommt bei den Besuchern gut an. Und sie tun das, wozu sie hergekommen sind – lachen!