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31. August 2010 19:35 Uhr

Illertissen

Rauchverbot: "Ich merke es am Umsatz"

Nach vier Wochen strengem Rauchverbot ziehen Wirte im Kreis Illertissen Bilanz. Manche merken es am Umsatz, doch es gibt auch andere Probleme. Von Anja Schuster

Rauchen verboten.

Bei Andrea Lepple, Inhaberin des Cafés "Zaubergarten" in Vöhringen, durfte zwar noch nie geraucht werden - schließlich kommen zu ihr auch viele Kinder - dennoch ist sie mit dem strikten Rauchverbot nicht einverstanden.

"Ich finde das ganz schlimm. Das Verbot greift zu sehr in die Freiheit der Wirte ein." Vor allem in Cocktailbars und Bierkneipen sollte man abends noch rauchen dürfen.

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Auf den Tag genau einen Monat ist es heute her, dass das absolute Rauchverbot in bayerischen Kneipen und Bars Einzug gehalten hat. Aber welche Bilanz ziehen hiesige Gastronomen und Kneipiers nach vier qualmfreien Wochen?

Serafettin Kirmizi, Inhaber der Club-Bar Revolution in Illertissen, resümiert: "Seit alle Gäste raus zum Rauchen müssen, läuft es bei mir im Laden schlechter." Vor allem, weil seine Bar früher ein Raucherklub gewesen sei, treffe ihn die Regelung besonders hart. "Ich merke es jetzt schon am Umsatz", sagt Kirmizi, dem auch die Spielothek "No Name" direkt über der Bar gehört.

Ein Grund für das schlechte Geschäft ist in seinen Augen das mangelnde Sitzfleisch der Gäste. "Die Leute kommen, bleiben vielleicht eine Stunde und dann gehen sie wieder", klagt Kirmizi. Vielen sei das ständige Raus und Rein zum Rauchen einfach zu umständlich. Nichtraucher, die das Geschäft wieder ankurbeln könnten, zählen bisher nicht zu seinen Kunden.

Das Rauchen vor dem Lokal ist auch Markus Holdschik, Inhaber des Bistros Ambiente in Babenhausen, ein Dorn im Auge - allerdings aus einem anderen Grund. "Probleme gibt es speziell am Wochenende, denn dann herrscht ein richtiger Tumult vor dem Lokal", sagt Holdschik. Vor allem zwischen 22 und 5 Uhr stünden permanent mindestens zehn bis 15 Leute vor der Tür und rauchten. "Die trinken und werden nicht leiser, sondern mit jeder Stunde lauter", sagt Holdschik. Es sei ein riesiges Chaos.

Nachbarn beschweren sich über den Lärm

Dabei kommen seine Gäste, trotz Rauchverbot immer noch zahlreich. "Es stört keinen, dass er zum Rauchen nach draußen muss", sagt Holdschik. Und das, obwohl im Ambiente bis vor ein paar Wochen noch gequalmt werden durfte, weil es weniger als 75 Quadratmeter hat und damit unter die Ausnahmeregelung fiel.

Doch nun gibt es einen neuen Streitpunkt. "Die Nachbarn beschweren sich über den Lärm", sagt Holdschik. Doch es sei schwierig für Ruhe zu sorgen, schließlich könne er sich nicht zu seinen Gästen nach draußen stellen und sie ständig ermahnen. "Das ist einfach Blödsinn. Es gibt keine Möglichkeit, einen Mittelweg zu finden", sagt Holdschik. Sogar die Polizei haben die Nachbarn schon wegen des Lärms gerufen.

Bei der Polizei in Illertissen dagegen hatte man damit bisher noch keine Probleme. Helmut Moser, Dienststellenleiter, sagt: "Wir wurden bislang noch in kein Lokal gerufen. Es war völlig ruhig." Weder über das Nichteinhalten des Verbotes, noch über zu viel Radau habe sich jemand beschwert.

"Wir machen von uns aus aber auch keine Kontrollgänge, um zu überprüfen, ob das Verbot eingehalten wird", sagt Moser. Die Polizei käme nur auf Anforderungen von Gastronomen, Anwohnern oder Gästen. Anja Schuster

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