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Orgelkonzert: Romantisches stilgerecht interpretiert

Orgelkonzert

Romantisches stilgerecht interpretiert

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    Überlegen setzte Professor Karl Maureen die 13 Register der 100-jährigen Orgel zur stilecht aufbereiteten Darstellung unterschiedlicher Literaturvorlagen ein.
    Überlegen setzte Professor Karl Maureen die 13 Register der 100-jährigen Orgel zur stilecht aufbereiteten Darstellung unterschiedlicher Literaturvorlagen ein. Foto: Foto: ch

    Au Erstmals war die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt als Raum in die Konzertreihe „In Schlössern und Kirchen der Fugger“ einbezogen worden. Das deshalb, weil die Gemeinde eine Zeit lang den Fuggern gehörte und die berühmte Madonna aus der Werkstatt des Bildhauers Christoph Rodt von einem weiblichen Mitglied der Fuggerfamilie gestiftet worden war.

    Karl Maureen, emeritierter Professor für Orgelliteraturspiel und Leiter des Fachbereichs Kirchenmusik an der Hochschule für Musik, Titularorganist der Herz-Jesu-Kirche in München, dazu als international gefragter Solist und Juror bekannt, war auch erstmals in unserem Bereich zu Gast. In kurzen Worten erläuterte er sein für die Steinmeyer-Orgel von 1910 ausgewähltes Programm. Werke von Komponisten aus sechs verschiedenen Ländern wurden berücksichtigt. Sie stammen alle aus dem 19. und dem beginnenden 20. Jahrhundert.

    Die nun hundert Jahre alte Orgel in Au, inzwischen fachmännisch in ihren ehemaligen Zustand zurückversetzt, ist dem romantischen Klangideal verpflichtet. Deshalb war erfreulich, die stilvolle Aufbereitung der für Instrumente dieser Art geschriebenen Musik mitzuerleben. Schon der Prager Komponist Jan Krtitel Kuchar, ein Freund Mozarts, ließ in seiner vierteiligen Fantasie in g klassische Ausdrucksformen weitgehend hinter sich, kein Wunder, hat er Mozart doch um 38 Jahre überlebt. Robert Schumanns lieblicher Kanon E-Dur, eines seiner kleinen Stücke für Orgel, kommt eher vom Klavier her, denn er schrieb für den sogenannten Pedalflügel. Des Belgiers Nicholas Lemmens Marche Triomphale bemüht das volle Werk. Das ist weit weniger klanggeschärft als bei modernen Orgeln. Louis J. A. Lefébury Wély malt im Andante F-Dur ornamentale Flötenfiguren über klangsattem Streichergrund. Sein französischer Landsmann Louis Vierne legt im „Lied“ die Melodie in die reizvoll registrierte Tenorstimme.

    Den Mittelpunkt bildeten natürlich die Großmeister: Felix Mendelssohn-Bartholdy mit seiner fünften Sonate, der kürzesten unter den sechs der Gattung, und Max Regers Toccata a-Moll op. 80, die etwa zur gleichen Zeit entstand wie die Auer Orgel. Hier bewies der Gastorganist seine besonderen Fähigkeiten des Einfühlungsvermögens. Kontraste wie feine Übergänge wurden selbst auf dem für diese Werke zu kleinen Instrument so schlüssig dargestellt, dass kaum Wünsche offenblieben.

    Demgegenüber erwiesen sich die Beiträge der Engländer, des blinden Organisten William Wolstenholme und Gordon Balch Nevins sowie des Italieners Vinzenco Petrali als gefällige Charakterstücke. Wirkungsvoll erklang die Toccatina von Theodore Dubois. Lang anhaltender Beifall.

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