Illertissen „Songs & Stories“ – gleichzeitig Bandname und Programm, das ließ neugierig werden auf einen Konzertabend und eine musikalische Besetzung, die überwiegend aus Lehrern der Musikschule Dreiklang besteht. Im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums der Musikschule präsentierte die Formation nach drei Jahren schöpferischer Pause, ein Programm, in dem die Freunde leiser Töne ebenso auf ihre Kosten kamen, wie die der lauteren. Ein äußerst genussvoller, musikalischer Abend, der so wunderbar anders war.
In der verdunkelten Schranne verblüffte die Zuhörer zuerst die etwas unkonventionelle Bestuhlung und ein sehr aufwendiges technisches Equipment. Beides ist, nun im Gesamteindruck des Abends gesehen, zwar als mutig zu betrachten, trug aber voll und ganz zur Einzigartigkeit der Präsentation bei.
Oli Petermann, musikalischer Leiter und kreativer Kopf der Band und dessen Partnerin Ulrike Pöhner, geleiteten das Publikum in dem Stück „In a closet in the middle of the night“ mit leisen Banjoklängen und zart gefühlvollem Gesang in den Abend. Die Ansagen, wechselseitig von beiden dargeboten, waren charmante und kurzweilige Programmbeigaben. Außerdem wurden damit vor allem in der ersten Hälfte Petermanns Stimmphasen der insgesamt sieben Gitarren, locker überbrückt. „Like a star“, ein leiser Blues in dem die große Besetzung der Band zum ersten Mal zum Zuge kam mit Ulrike Pöhner (Gesang), Oli Petermann (Gitarre), Ivo Deininger (Bass), Magnus Schneider (Piano), Jörg Bodmer (Cello), Christoph Scherer (Schlagzeug) und dem im Zwischenteil brillierenden Trompeter Bernd Schubert. Die Höhepunkte des Konzertabends liegen in Petermanns Eigenkompositionen. Begonnen mit „Snowflakes“ mit einer beeindruckend melancholisch gestrichenen Linie von Jörg Bodmer am Cello, über „Another day“, der Geschichte des „Verschiebens auf morgen“ einem bemerkenswertem Arrangement und einem dynamisch besonders ausdrucksstarken Gesangspart, bis hin zu „Mit dem Kanu durch die Stadt“ und der darin enthaltenen Erkenntnis: „Ich lass mich treiben, denn mein Alltag kann zum Glück nicht schwimmen.“ Die „Lauscher“ genießen jede Silbe, jeden Ton, jeden Klang, absolute Stille nach dem Schlussakkord - ein besonderes Zeichen der Ergriffenheit des Publikums, eine besondere Ehre für jeden Musiker.
Den zweiten Teil des Programms eröffnen Magnus Schneider und Bernd Schubert mit einer Eigenkomposition des Trompeters, sanfte weiche Tagträume perfekt in Klänge umgesetzt.
Auch nach der Pause waren die besonders beeindruckenden Stücke vom Bandleader selbst komponiert. Die ironische Humoreske „Bitterhaert“ und eine lautere Rockballade zeigten deutlich andere Facetten der Band, Ivo Deiningers Bass- und Magnus Schneider’s Akkordeonsolo vervollständigten ein interessantes Arrangement.
Mit „Big moon“, einem echten Lauschstück für Gesang und Gitarre sowie „Hard times“, mit der Gesamt-Band schloss sich der musikalische Kreis. Ein Geheimnis dieser Formation liegt in ihrer starken Bühnenpräsenz und einer Stückauswahl, die perfekt auf die agierenden Personen zugeschnitten ist. Das zahlreiche Schrannen-Publikum hatte gewiss einen einzigartigen Konzertabend erlebt. (häm)