Startseite
Icon Pfeil nach unten
Illertissen
Icon Pfeil nach unten
Vöhringen
Icon Pfeil nach unten

Verein: Sportpark statt Schrebergärten

Verein

Sportpark statt Schrebergärten

  • |
  • |
  • |
    Der Sportpark im Süden der Stadt setzt auch städtebaulich einen Akzent. Er ist von viel Grün umgeben und verdient den Namen Sportpark zu Recht. Dass es ihn überhaupt gibt, daran ist maßgeblich Hermann Luib beteilt, der sich für den Sportstättenbau in der Vergangenheit starkgemacht hatte.
    Der Sportpark im Süden der Stadt setzt auch städtebaulich einen Akzent. Er ist von viel Grün umgeben und verdient den Namen Sportpark zu Recht. Dass es ihn überhaupt gibt, daran ist maßgeblich Hermann Luib beteilt, der sich für den Sportstättenbau in der Vergangenheit starkgemacht hatte. Foto: Ursula K. Balken

    Vöhringen Mit diesem Problem plagen sich mehr oder weniger alle Vereine herum. Steht ein Führungswechsel an, heißt es auf gut schwäbisch „wer macht den Vorstand?“ Und wenn es sich dabei um ein Ehrenamt handelt, stehen die Bewerber nicht gerade Schlange. Denn es hat sich längst herumgesprochen, ein solches Amt bringt mehr Bürde als Würde. Beim Sportclub Vöhringen hat vor wenigen Wochen ein Wachwechsel stattgefunden. Um es einmal leger zu formulieren, es ging wie geschmiert. Es war noch nicht einmal eine geheime Wahl erforderlich. In offener Abstimmung votierten die Mitglieder für Christoph Koßbiehl, der die Nachfolge von Hermann Luib angetreten hat. 42 Jahre führte er den Sportclub Vöhringen.

    42 Jahre – das sind zwei Generationen. Eine Zeitspanne mit mancherlei Veränderungen, nicht nur im sportlichen Bereich. Aber in diesen vier Jahrzehnten entstand im Süden der Stadt eine Anlage, die wegen des vielen Grüns den Namen Sportpark auch verdient. Maßgeblichen Anteil daran hat Hermann Luib, der indes abwinkt, wenn das Füllhorn des Lobes über ihn ausgeschüttet werden soll. Für ihn zählte damals nur eines, eine Kommune in der Größenordnung Vöhringens braucht ein entsprechendes Sportgelände. Denn er sah Sport nicht nur als Sache, in der die Leistung dominiert. Die Breitenarbeit hatte für ihn schon aus gesundheitlichen Gründen den gleichen Stellenwert. Das hat sich nicht geändert. „Eltern sollten ihre Kinder zu mehr Bewegung ermuntern. Das ist mir ein Anliegen.“ Heute ist der Sportclub mit seinen 3200 Mitgliedern eine feste Größe in der Stadt und einer der größten Vereine im Landkreis. Zur Zeit der Gründung waren es gerade mal 1320 Mitglieder. Zeit also, Rückschau zu halten.

    Fusion war nur durch Überzeugungsarbeit möglich

    Luib, frisch gebackenes SCV-Ehrenmitglied berichtet: Am Anfang stand die Fusion dreier Vereine, die alle selbstständig waren und jeder mit seiner eigenen Geschichte aufwarten konnte. Der älteste war der Turn- und Sportverein, der 1893 gegründet wurde. Dann gab es den Radsportverein, der sich zur Zeit seiner Gründung 1898 „Radfahrer Club Vöhringen“ nannte. Der Fußballverein „Kickers Vöhringen“ ist der jüngste Verein in diesem Trio. Er wurde 1920 aus der Taufe gehoben. „Die Fusion wurde nur möglich durch viele Gespräche“, sagt Luib, der einiges an Überzeugungsarbeit leisten musste. Aber es gelang ihm, „dem Schrebergartendenken“ zu begegnen. „Man stelle sich nur vor, man hatte so ein schönes Gelände und darauf hätte dann jeder Verein sein Hüttele gebaut.“ Dass es dann so ein großes und schönes Gelände gab, verdankt der SCV dem Engagement der Gemeinde Vöhringen und den Wieland-Werken. „Das Gelände für den heutigen Sportpark hat der damalige Bürgermeister Otto Stocker ausgeguckt. Ein Teil davon gehörte den Wieland-Werken. Die machten das Grundstück der Stadt zum Geschenk. Grund dafür, den Sportpark nach Firmenchef Karl Eychmüller zu benennen als Dank für die noble Geste.

    Luib hatte rechtzeitig erkannt, dass in Vöhringen „ein Riesenbedarf bestand, es aber zu wenig Sportstätten gab. „Es gab zwar die zwei Turnhallen in der Uli-Wieland-Schule, aber die reichten bei Weitem nicht aus.“ Anfang der 70er Jahre wurde mit dem Bau des Sportparks begonnen, Zug um Zug. (siehe Info-Kasten). Es entstanden die gedeckten und offenen Sportstätten, aus zehn Abteilungen wurden im Laufe der Zeit 19. Und die Mitgliederzahl wuchs, mit den zur Verfügung stehenden Räumen wurde es knapp. „Als ich die Idee des Kindersportclubs zur Diskussion stellte, da bekam ich vielleicht was zu hören“, erinnert sich Luib mit Schmunzeln. „Man hielt mir vor, wir mit unseren Abteilungen stoßen an die Raumkapazitäten, wohin dann mit dem Kindersportclub?“

    Aus dieser Situation heraus wurde dann die Ballspielhalle geboren, „einer der dicksten Brocken, die finanziell zu verkraften waren.“ Der SC-Ehrenvorsitzende: „Es war ein pekuniärer Kraftakt. Aber diese Investition wurde ebenso gestemmt wie die anderen. Möglich wurde dies durch großes Eigenengagement unserer vielen Helfer. In allen baulichen Angelegenheiten fragte man sich beim SC erst mal, was können wir selber leisten.“ Rückblickend betont Luib die gute Partnerschaft mit der Stadt, die bis heute andauert. Im Augenblick hat der SCV 140 Übungsleiter mit Lizenz, „die ein bescheidenes Salär bekommen. Trainer von Mannschaften wie beim Fußball bekommen mehr. In den Abteilungen Tennis und im SCV-Fitnesscenter haben wir Vollprofis mit entsprechender Bezahlung.“ Auch die Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle im Sportpark bekommen eine kleine Aufwandsentschädigung.

    Aber das Ehrenamt bedeutet für Luib viel und ist ihm wichtig, wenngleich sich die Strukturen auch verändern. Er kann sich einen hauptamtlichen oder in Teilzeit arbeitenden Geschäftsführer schon vorstellen. Aber die Leiter der Abteilungen sollten nach wie vor ehrenamtlich arbeiten wie auch der Vorsitzende des Gesamtvereins. „Die Führung im Verein und in den Abteilungen muss ehrenamtlich funktionieren und es muss Menschen geben, die zu ehrenamtlichem Tun bereit sind, wenngleich es auch schwieriger wird, Leute zu finden, die da mitziehen.“ Blickt Hermann Luib auf die 42 Jahre zurück, räumt er ein, dass es manchmal auch ein steiniger Weg war, um zum Ziel zu gelangen, aber gezweifelt an seiner Aufgabe hat er nie, „ich habe dass gerne gemacht. Man konnte etwas bewegen!“

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden