Illertissen Treibstoff ist schon ein besonderer und offensichtlich sehr gefragter Saft. Insbesondere seit die Preise wieder deutlich angezogen haben, entwickelt er sich immer mehr zu einem äußerst beliebten Beutegut. Kaum ein Tag vergeht, da die Polizei nicht erneut von Sprit-Diebstählen berichtet.
Der aktuellste Fall stammt aus dem Nachbarlandkreis Biberach. In der Nähe von Achstetten/Burgrieden verschafften sich Unbekannte in der Nacht zum Mittwoch Zugang zum Gelände einer Kiesgrube bei Achstetten-Stetten, indem sie die Schranke an der Einfahrt zerstörten. Die Personen fuhren anschließend mit einem größeren Fahrzeug gezielt zu einer Fahrzeughalle, an der sie die Türe aufbrachen. Im Innern zapften sie an zwei Lastwagen und einer Walze jeweils 300 Liter Dieselkraftstoff ab.
Ein weiterer Dieseldiebstahl wurde in der Nacht zuvor auf dem Gelände einer Kiesgrube zwischen Laupheim und Burgrieden-Hochstetten verübt. Die Unbekannten brachen den Tankverschluss einer Kiessiebanlage auf und zapften rund 200 Liter Diesel aus dem Tank ab.
Die Diebe dürften das Gelände aus nordwestlicher Richtung betreten und ein Fahrzeug zum Abtransport des Kraftstoffs benutzt haben. Zwischen beiden Taten dürfte ein Zusammenhang bestehen, das Polizeirevier Laupheim vergleicht die an den Tatorten gesicherten Spuren.
Erst vor wenigen Tagen hatten Diesel-Diebe äußerst dreist auf einem Autobahnparkplatz an der A 7 zugeschlagen. Sie zapften den Sprit aus Lkw-Tanks ab, während die Fahrer in ihren Kabinen schliefen.
Meistens kommen die Täter an Wochenenden, weil dann auf den Baustellen oder Betrieben nicht gearbeitet wird, weiß Hauptkommissar Werner Bräuer.
Der Illertisser Polizeisprecher vermutet hinter den Spritdiebstählen häufig Transporterfahrer aus Osteuropa. Diese würden in der Regel äußerst schlecht entlohnt und hätten kaum Geld zum Tanken.
Wenn bei Kontrollen solcher Fahrzeuge aber lediglich Kanister entdeckt werden, sei es schwer, den Verdächtigen das Delikt konkret nachzuweisen. Nur wenn zusätzlich noch Schläuche und sogar Elektropumpen zum Vorschein kommen, dürfte die Überführung einfacher sein.
Nachdem auf der Damm-Baustelle in den Illerauen eine ganze Serie von Spritdiebstählen aus Baumaschinen registriert wurde, wurde dort eine Alarmanlage installiert.
Doch die Täter sind offensichtlich so clever, dass sie dann sofort die Finger von einem präparierten Tank lassen. Die meisten Lkw- oder Maschinentanks seien überdies ziemlich leicht zu knacken, so der Hauptkommissar. Damit soll verhindert werden, dass die Täter noch wesentlich höheren Sachschaden anrichten, wenn sie die Tanks beispielsweise anbohren. Inzwischen gehen Baufirmen dazu über, die Maschinen vor dem Wochenende nicht mehr vollzutanken, damit Diebe an den einige Hundert Liter fassenden Behältern nicht zum Erfolg kommen.