Carnac/Illertissen Bei der Feuerwehr in der Illertisser Partnerstadt Carnac wird von Weihnachtsferien nichts zu spüren sein: Nachdem der Orkan „Joachim“ auch über die Bretagne hinweg gefegt ist, hatte Leutnant Christian Le Labousse, der Kommandant des Rettungszentrums, jetzt erstmals Zeit, über die Folgen zu berichten. Er schreibt: „Der Sturm vom 15. Dezember hatte insgesamt vierzig Einsätze innerhalb von 24 Stunden in Carnac und den vier von uns betreuten Nachbargemeinden zur Folge. Bei den meisten handelte es sich um umgestürzte Strom- oder Telefonmasten sowie Bäume, die auf die Straße oder auf Häuser gestürzt waren. Erfreulicherweise hatten wir keine Verletzten unter den Einsatzkräften.
Der größte Einsatz jedoch war und bleibt die Strandung des Frachters TK Bremen in Erdeven, wenige Kilometer von hier und in unserem Schutzbereich. Nachdem das Schiff auf den Strand aufgelaufen war, wurde die gesamte neunzehnköpfige Mannschaft von Hubschraubern der Nationalen Marine vom Schiff geholt und in unserem Rettungswagen untersucht. Das Schiff war aus dem Hafen von Lorient ausgelaufen, nachdem es dorthin Kies geliefert hatte. Der Schiffbruch geschah am Strand von Kerminihy, einem Naturschutzgebiet und FKK-Strand. Seither sind rund um die Uhr 250 Feuerwehrleute aus allen Rettungszentren unseres Regierungsbezirkes Morbihan und aus den benachbarten Départements im Schichtdienst dort tätig, um die Verschmutzung des Strandes zu beseitigen.“
Wie berichtet, sind mehr als 200 Tonnen Dieselkraftstoff und Heizöl ausgelaufen und verschmutzen den Strand auf einem Kilometer Länge.
„Dieses Strandgebiet ist extrem sensibel zu behandeln, da sich in der nahe gelegenen Flussmündung Ria d’Etel große Austernzuchtanlagen befinden. Von Fachfirmen wurde ein Pumpensystem eingerichtet, um die in den Schiffstanks verbliebenen Ölmengen aufzunehmen. Wir können noch nicht absehen, wie lange die Arbeiten zum Abpumpen des Öls und zum Säubern des Strandes andauern werden.“
Wie zwei leitende Beamte der bretonischen Seefahrtsverwaltung bei einer Pressekonferenz am Strand von Erdeven bekannt gaben, ist ein Zurückschleppen des 109 Meter langen Frachters TK Bremen ins Meer ausgeschlossen, da hierbei die Gefahr bestehe, dass das Schiff zerbricht. Dem türkischen Reeder des unter maltesischer Flagge fahrenden Frachters wird laut den Behördensprechern voraussichtlich nur die Möglichkeit bleiben, das komplette Schiff am Strand abzuwracken.