Von Eva Büchele
Babenhausen Über die Immobilien des Marktes Babenhausen wollte Carlo Di Ruzza bei der Bürgerversammlung ganz genau Bescheid wissen. Ihn interessierten Kaufpreis, Nebenkosten, Unterhaltskosten – sämtliche Einnahmen und Ausgaben eben, die die Gemeinde mit Meisingerhaus, Alter Molke, Gasthaus Krone, Rasthaus, Fahrenschonhaus, Kleinheinzhaus, Wiethalergelände und Gasthaus Rößle zu verzeichnen hatte und hat.
Bürgermeister Otto Göppel entgegnete, fast die gleiche Anfrage habe Di Ruzza bereits bei einer Bürgerversammlung 2007 gestellt. Also wiederholte er nochmals die damals genannte Gesamtsumme, die für die Grundstücke einschließlich Abbruchkosten ausgegeben wurde: 1,55 Millionen Euro. Eine Aufarbeitung aller Posten wäre sehr aufwendig und sei nicht vertretbar; ein einzelner Bürger habe darauf keinen Anspruch, so Göppel.
Für das Gasthaus Rößle sei es außerdem schwer, jetzt schon Prognosen über Unterhaltskosten abzugeben. „Wir gehen – und diese Zahl bitte ich mit aller Vorsicht zur Kenntnis zu nehmen – von Unterhaltskosten zwischen 15000 und 18000 Euro jährlich aus“, hatte Göppel zuvor in seinem Vortrag gesagt und ergänzt, er hoffe, dass die Einnahmen etwa die Höhe der Ausgaben erreichen werden.
Di Ruzza stellte er mit seinen Angaben nicht zufrieden: „Als Bürger möchte ich genau wissen, wie mein Geld in Immobilien angelegt ist.“ Beispielsweise beim Meisingerhaus habe die Gemeinde mit dem Kauf und Verkauf einen Verlust gemacht. Er wollte auch die Gründe wissen, warum diese Häuser und Grundstücke einst gekauft wurden.
Göppel antwortete, die Käufe seien Mehrheitsbeschlüsse gewesen; die Gründe dafür kenne er nicht. Er war damals noch nicht im Amt. Gernot Baur, ehemals Mitglied des Marktrates, konnte aushelfen: Die Gemeinde habe auch ortsplanerische Aufgaben zu erfüllen. Das Molke-Areal sei gekauft worden, um dort eine ortsverträgliche Bebauung sicherzustellen. Meisingerhaus und Rößle seien historische Gebäude, die durch den Kauf gerettet wurden. Es gehe darum, Kultur zu erhalten, sagte Baur: „Diese Aufgabe hat die Gemeinde gut erfüllt.“ Ein Dorn im Auge sei ihm aber der Parkplatz neben dem Fahrenschonhaus.