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Fundtiere: Verschenkt und ausgesetzt

Fundtiere

Verschenkt und ausgesetzt

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    Für Katze Mika ist das Kreistierheim in Weißenhorn seit einigen Tagen das neue Zuhause.
    Für Katze Mika ist das Kreistierheim in Weißenhorn seit einigen Tagen das neue Zuhause. Foto: Foto: Alexander Kaya

    Landkreis Süße Hamsterbabys und Hundewelpen, niedliche Kätzchen – Tiere sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Doch anders als für Kinderspielsachen oder einen neuen Flachbildfernseher müssen sich die Besitzer für Tiere Zeit nehmen. Manche der neuen Mitbewohner verursachen Schmutz oder Lärm und belasten den Geldbeutel. Die Freude über das Haustier ist deshalb oft schnell getrübt. Häufig wird es ausgesetzt und landet schließlich im Tierheim.

    Wer ein Tier verschenken will, sollte sich absprechen

    Auch in Weißenhorn macht man diese Erfahrung immer wieder. Tierheim-Mitarbeiterin Marion Rapisarda ist deshalb der Ansicht, dass generell gar keine Tiere verschenkt werden sollten. Wenn doch jemand einem Verwandten oder Bekannten mit einem Tier eine Freude machen wolle, solle er sich mit dem Empfänger des Geschenkes absprechen. Der Beschenkte könne sich dann selbst das Tier aussuchen und der Schenker beispielsweise die Anschaffungskosten bezahlen. Von Kindern dürften die Eltern nicht erwarten, dass sie sich um ein Tier kümmern, solange es lebt. „Man kann dem Kind nicht die Verantwortung aufbürden“, sagt Rapisarda. Wenn Eltern ihre Kinder mit einem Tier an Weihnachten überraschen, sollten sie sich im Klaren sein, dass eigentlich sie selbst das Tier betreuen müssen.

    Doch nicht nur nach Weihnachten, sondern auch in den Wochen davor kommen viele Fundtiere ins Heim. Dabei handelt es sich dann aber meist um alte und kranke Tiere. 30 bis 40 Prozent mehr Fundtiere gebe es in dieser Zeit im Vergleich zum restlichen Jahr. Marion Rapisarda vermutet, dass sich viele Menschen vor dem Weihnachtsurlaub eines Tieres entledigten oder Platz für ein neues Tier schaffen wollten. Auch wenn die Sommerferien näher rückten, steige die Zahl der Fundtiere, die niemand vermisst.

    Anders sieht es mit Hunden aus, die an Silvester wegen der lauten Feuerwerkskörper entlaufen. Sie landen – nachdem sie jemand gefunden und im Tierheim abgegeben hat – in der Regel nach ein bis zwei Tagen wieder bei ihrem Besitzer. Bekannte schenken Bekannten eine Katze, der einsame Vater wird an Weihnachten mit einem Tier überrascht – diese Geschichten kennen die Mitarbeiter auch im Tierheim Ulm. Bei Fundtieren könne man zwar nie wissen, ob sie einmal ein Weihnachtsgeschenk waren, „aber man merkt es schon am Tieraufkommen“, sagt Gabriele Mourek vom Sekretariat des Tierheims.

    Meistens sind es Hunde, Katzen, Meerschweinchen oder Hamster, die in den Wochen nach Weihnachten ins Tierheim kommen. „Viele denken immer noch, ein Hamster sei eine tolle Idee für die Kinder. Dann merken sie irgendwann, dass die Kinder nicht schlafen können, weil die Hamster in der Nacht Radau machen“, sagt Mourek.

    Immerhin: Nicht alle Tiere würden kurzerhand ausgesetzt. „Zur Ehrenrettung muss man sagen, dass viele Menschen das Tier auf dem normalen Weg im Tierheim abgeben“, so Gabriele Mourek. (mick)

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