Die nördliche Seite des Badesees in Dietenheim ist dick zugefroren. Am gegenüberliegenden Ufer dagegen sorgen Unterwasserströmungen dafür, dass sich hier kaum Eis bildet. Im Übergang wird die Oberfläche immer dünner. Trotzdem wagt sich Joachim Obst Schritt für Schritt weiter hinaus auf das gefährliche Gebiet - bis er schließlich einbricht.
Doch Joachim Obst ist keineswegs so leichtsinnig, dass er das Risiko unterschätzt. Ganz im Gegenteil: Er kennt die Gefahren von zugefrorenen Gewässern genau. Ein Neoprenanzug schützt ihn im eisigen Wasser vor der Kälte. Denn der 53-Jährige ist zusammen mit seinem Kollegen Matthias Wechselberger Rettungstaucher bei der Wasserwacht in Illertissen.
Am Dietenheimer Baggersee proben sie im Winter in verschiedenen Übungen eine Eisrettung. Dazu müssen sie sich selbst in die Rolle eines Unfallopfers und somit ins eiskalte Wasser begeben.
Die Wasserwacht Illertissen ist für solche Einsätze mit einem Aluminiumboot und einem speziellen Eisrettungsschlitten ausgerüstet. Falls dieser selbst einbrechen sollte, halten ihn mit Luft gefüllte Schwimmer über Wasser. So bahnen sich Joachim Obst und Matthias Wechselberger den Weg frei zum Opfer.
Wer einbricht, für den ist vor allem wichtig, ruhig zu bleiben. Wer sich viel bewegt, kühlt schneller aus. Daher rät Joachim Obst, nicht in Panik wild umherzustrampeln, sondern seine Kräfte aufzusparen. Außerdem sollte man sich mit Rufen verständigen, um Hilfe zu holen.
Insgesamt rät Joachim Obst, dass man auf seinen gesunden Menschenverstand vertrauen sollte, wenn man sich aufs Eis begibt. „In der Regel ist das Eis auf den den Badeseen im Illertal auf der nördlichen Seite sicher, auf der südlichen tritt jedoch die Strömung auf. Hier wird es gefährlich.“
Video zur Eisrettung der Illertisser Wasserwacht