Die Nutzung der windkraft ist nun auch Thema in den Vöhringer Stadtratsgremien. Der Haupt- und Umweltausschuss hat drei Grundstücke in der Gemarkung Illerberg im Rahmen der informellen Anhörung zur Fortschreibung des Regionalplanes zur Aufnahme in die Vorranggebiete benannt. Ein Bürger hatte Interesse signalisiert. Diese Standorte liegen östlich von Illerberg, rund 800 Meter von der Autobahn entfernt, Wohnbebauung gibt es nicht. Ein weiterer Standort kam kurzfristig hinzu, der soll zwischen Schule und Zubringer liegen.
Es kann zwar zum gegenwärtigen Zeitpunkt von der Stadtverwaltung nicht beurteilt werden, ob diese Flächen zur Nutzung von Windenergie geeignet sind und in wie weit diese Anlagen dann auch wirtschaftlich sind. Deshalb muss der Grundstücksbesitzer selbst konkrete Messungen vornehmen lassen. Laut TÜV-Süd ist eine besondere Windhöffigkeit (siehe Info-Kasten) bei diesen Flächen jedoch nicht dargestellt.
Stromkonzerne schon im Anmarsch?
Nach der ausgiebigen Darstellung der Situation durch Bürgermeister Janson fühlten sich Volker Barth und Wilfried Maier (SPD) nicht ausreichend informiert. Das erstaunte dann den Rathauschef und wies darauf hin, „dass wir das ja gerade heute beraten.“ Barth hegt auch die Befürchtung – und war sich darin mit Angelika Böck (CSU) einig – dass Vertreter der großen Stromkonzerne bereits unterwegs sind, sich Flächen zu sichern und dann die Pacht für 30 Jahre fest zu zurren. Deshalb bedürfe es der Aufklärung für den Bürger. Da müsse die Stadt aktiv werden.
Stadt laut Windatlas als Standort nicht vorgesehen
Bürgermeister Janson sagte dazu, der Regionalverband habe den Auftrag, die Gebiete aufzuzeigen, wo Windkraftanlagen gebaut werden könnten und wo nicht. Im Windatlas sei Vöhringen nicht vorgesehen. Janson betonte jedoch, dass in jedem Falle Messungen erforderlich sind. In einem informellen Anhörungsverfahren die gewünschten Grundstücksflächen zu berücksichtigen, tue die Stadt aus dem einen Grund, um dem Interessenten eine bessere Position zu verschaffen sollten diese Flächen vom Regionalverband als tauglich für Windkraftanlagen angesehen werden.
Angelika Böck (CSU) regte an, gleich mehrere sich anschließende Grundstücke in das Areal, das von einem Illerberger Bürger für Windkraftanlagen angepeilt ist, mit einzubeziehen. Dazu meinte Bernhard Thalhofer, er glaube nicht „an den großen Run auf die Flächen. Außerdem sollte man keine Begehrlichkeiten wecken.“
Dann stimmte der Hauptausschuss einstimmig für die Aufnahme der drei Grundstücke in die sogenannten Vorranggebiete. Damit ist das Thema jedoch noch nicht vom Tisch, weil sich der Stadtrat damit noch befassen wird.