Ortsverband der „Linken“ stellt sich neu auf. Kommunalwahl als großes Ziel

Illertissen Noch ist es eine eher überschaubare Zahl: Dem Ortsverband der Partei „Die Linke“ gehören derzeit zwölf eingeschriebene Mitglieder an. Aber dabei soll es nicht bleiben, so hoffen die Strategen des neu besetzten Vorstands. „Wir wollen rein in die Stadtparlamente“ haben sich die „Linken“ auf die Fahnen geschrieben, wie der bisherige Vorsitzende Thomas Restel betont.
Bei der Jahresversammlung gab er seinen Rückzug vom Chefposten bekannt – wegen eines neuen Jobs und seiner Familie. Die Mitglieder wählten per Akklamation Manfred Schäffler aus Boos (Landkreis Unterallgäu) zum Nachfolger. Der 55-Jährige ist selbstständiger Lackierer und Familienvater mit drei Kindern. „Früher war ich SPD-Wähler“, bekennt Schäffler, aber jetzt ist er weiter nach links geschwenkt. Er wolle keine „Klientelpartei“, versichert der neue Ortsvorsitzende, sondern die „Linke“ sollen offen sein für alle Bürger vom Unternehmer bis zu Hartz IV-Empfängern. „Am liebsten würde ich die Armut ganz abschaffen“, damit alle Lohn und Brot hätten, meint der 55-Jährige. Sein Wahlspruch lautet: „Wer in der Demokratie einschläft, wacht in der Diktatur auf“.
In seinem Rückblick ging Restel auf einige kommunalpolitische Ereignisse ein. Einer der Höhepunkte aus seiner Sicht war die Demo gegen Sozialabbau im Juli 2010 zusammen mit den „Grünen“. Zum geplanten neuen Autobahnanschluss meinte er, dass dieser zu einer höheren Verkehrsbelastung in Bellenberg und Tiefenbach führen würde – daher stelle sich der Ortsverband dagegen. Wichtig sei auch die Gegendemonstration zum Parteitag der NPD in Vöhringen gewesen. Die in Illertissen von der CSU angestoßene regionale Gartenschau „ist zwar eine schöne Idee“ meinte Restel. Aber es sei bedauerlich, dass die Stadt dafür einen Millionenbetrag in die Hand nehmen wolle, der für Kinder- und Jugendbetreuung besser angelegt wäre. Das würde einen Standort-Vorteil für Illertissen schaffen. Er wünsche sich beispielsweise Solarzellen für die Straßenbeleuchtung, damit das so gesparte Geld später sinnvoller eingesetzt werden könne.
Die Mitgliederentwicklung müsste weiter im Auge behalten werden, so Restel. Großes Ziel sei die Aufstellung einer „vernünftigen Liste“ für die Kommunalwahl 2014, um mit dem Einzug ins Stadtparlament für mehr Transparenz zu sorgen. Ihm täte es leid für die Bürgerliste-Stadträte Dieter Baur und Gerhard Reisinger, die ein Disziplinarverfahren bekämen, weil sie die Öffentlichkeit informiert hätten.
Xaver Merk aus Senden, Bayerns Landessprecher der Linken und deren Kreisvorsitzender, ging auf aktuelle politische Themen wie den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomkraft – „Vorfahrt für erneuerbare Energien“ – und besonders auf den fehlenden Mindestlohn in Deutschland ein, der immer mehr Menschen in die Armut und aufs Sozialamt treibe. Wichtigstes Ziel der Linken sei der Einzug in den bayerischen Landtag 2013.
Bei den Neuwahlen übernahmen Thomas Restel und Sylvia Mang die Posten als stellvertretende Ortsvorsitzende. (wk)
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