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Schuldenkrise: Slowakei sagt nein zum Euro-Rettungsschirm

Schuldenkrise

Slowakei sagt nein zum Euro-Rettungsschirm

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    Die slowakische Minisrerpräsidentin Iveta Radicova und ihre Regierung sind am Euro zerbrochen.
    Die slowakische Minisrerpräsidentin Iveta Radicova und ihre Regierung sind am Euro zerbrochen. Foto: dpa

    Von 124 anwesenden Abgeordneten stimmten nur 55 für die Ausweitung  des Fonds, neun Parlamentarier stimmten dagegen, 60 enthielten  sich. Die Opposition kündigte an, bei einer Wiederholung der  Abstimmung für die Erweiterung stimmen zu wollen, forderte für  diesen Fall aber vorgezogene Neuwahlen.

    Die 22 Abgeordneten der neoliberalen Regierungspartei Freiheit  und Solidarität (SaS) nahmen nicht an der Abstimmung teil. Für eine  Mehrheit wären 76 Ja-Stimmen notwendig gewesen. Der derzeit einzige Ausweg: Das Parlamentsvotum  könnte in den nächsten Tagen jedoch wiederholt werden, um mit  Stimmen aus der Opposition eine Zustimmung zu erreichen.

    Rettungsschirme, EFSF und ESM

    Griechenland-Pleite, Rettungsschirme, Eurobonds, EFSF, ESM: Beim Thema Euro-Krisen schwirren etliche Fachbegriffe herum. Lesen Sie hier in Kurzform, was Sie zum Thema Rettungsschirme wissen müssen.

    EFSF steht für Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (European Financial Stability Facility) und ist eine Aktiengesellschaft, die notleidenden Euro-Staaten helfen soll. Sollte ein EU-Land in Not geraten, kann die im Juni 2010 gegründete EFSF Anleihen bis zu 440 Milliarden Euro ausgeben. Dafür haften die Euro-Länder.

    Kritik am EFSF: Im Vertrag von Maastricht wurde eine so genannte Nichtbeistands-Klausel (No-bailout-Klausel) vereinbart, die die Haftung der Union oder einzelner Mitgliedstaaten für die Verbindlichkeiten anderer Mitgliedstaaten untersagt. Auf Druck des Nicht-Eurolandes Großbritannien wurde durchgesetzt, dass bei Krediten für Staaten, die Mitglieder der Eurozone sind, nur die übrigen Eurostaaten haften.

    Der EFSF soll bis Juni 2013 aktiv bleiben und dann abgelöst werden, nämlich vom ESM.

    ESM steht für Europäischer Stabilitäts-Mechanismus und ist der permanente Euro-Rettungsschirm. Seine wichtigsten Instrumente sind Notkredite und Bürgschaften für überschuldete EU-Staaten. Jedes Land, das Hilfe aus dem ESM erhält, muss im Gegenzug bestimmte wirtschaftliche Konsequenzen ziehen.

    Kritiker sagen, dass Rettungsschirme und Bürgschaften es Ländern erleichtern, Schulden zu machen. Wenn es wirklich eng wird, treten schließlich die anderen EU-Länder ein und helfen.

    Eurobonds: Darunter versteht man eine EU-Staatsanleihe. Das bedeutet, die Länder der EU würden gemeinsam Schulden aufnehmen - und auch gemeinsam für sie haften. Hinter der Idee steht die Hoffnung, dass die Kreditwürdigkeit der Eurozone als Ganzes von den Finanzmärkten und den Ratingagenturen höher eingeschätzt wird als die seiner einzelnen Mitgliedstaaten.

    Die Befürworter dagegen erklären, dass notleidenden EU-Staaten geholfen werden muss. sie warnen vor einem Domino-Effekt. Heißt: Wenn ein Land tatsächlich pleite geht, reißt es andere Länder mit sich.

    Die oppositionelle linksgerichtete Smer-SD-Partei kündigte nach  der Ablehnung im Parlament an, bei einer Wiederholung mit zustimmen zu wollen, forderte aber im Gegenzug vorgezogene Neuwahlen.  Ein Datum für eine erneute Abstimmung wurde bisher nicht  festgelegt. Der Smer-Abgeordnete Jan Pociatek erklärte jedoch, das  Votum könne noch "diese Woche" stattfinden.

    Regierung gescheitert

    Mit dem negativen Votum zerbrach zugleich die Regierung von  Ministerpräsidentin Iveta Radicova, die die Abstimmung mit der  Vertrauensfrage verbunden hatte. Vor der Abstimmung hatte Radicova  die Abgeordneten in der rund achtstündigen Debatte beschworen, der in allen anderen Euroländern  bereits beschlossenen Erweiterung des Rettungsschirms zuzustimmen.  Dies sei "im Interesse der Slowakei und ihrer Bürger", sagte  Radicova. Das gelte "unabhängig vom Regierungschef und von der  Regierung".

    Krise droht sich zu verschärfen

    Sollte es bei der Ablehnung der Slowakei bleiben, droht sich die  Krise in der Eurozone weiter zu verschärfen. Der Eurorettungsfonds  soll künftig 440 Milliarden Euro für Hilfsmaßnahmen ausgeben  können, anstatt wie bisher 250 Milliarden Euro. Zudem sollen mit  dem Geld Staatsanleihen von Euroländern aufgekauft werden können,  und zwar von den Staaten direkt sowie von Investoren. Geplant ist  zudem, dass für wankende Euroländer vorsorglich Kredite und  Darlehen zur Unterstützung angeschlagener Banken vergeben werden  können.

    Alle müssen zustimmen

    Die Eurostaaten versprechen sich von den Maßnahmen wirksamere  Möglichkeiten im Kampf gegen die Krise. Damit die Änderungen wie  geplant wirksam werden können, müssen alle 17 Euroländer zustimmen.  Bis auf die Slowakei stimmten bislang alle Eurostaaten mit Ja. afp

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