Startseite
Icon Pfeil nach unten
ZZ Fallback
Icon Pfeil nach unten

Wildschwein, Fuchs und Co.: Wildtiere bereiten Städte zunehmend Probleme

Wildschwein, Fuchs und Co.

Wildtiere bereiten Städte zunehmend Probleme

  • |
  • |
  • |
    Wildtiere bereiten Städte zunehmend Probleme
    Wildtiere bereiten Städte zunehmend Probleme Foto: Foto: dpa

    Dass sich Wildschwein, Fuchs und Co. in den Städten wohlfühlen, ist ein offenes Geheimnis.  Das reichliche Futterangebot lockt die Wildtiere auf Baustellen oder Waschbären in Kleingärten.  In Berlin fühlen sich mittlerweile viele Wildtiere heimisch. Jedoch nicht nur in der Bundeshauptstadt, auch in anderen Städten Deutschlands sorgen laut Experten zwei und vierbeinige "Nachbarn" zunehmend für mehr Probleme, wie eine dapd-Umfrage ergab. In München seien Kaninchen, Gänse, Füchse oder Marder auf dem Vormarsch. Tendenz steigend, sagt Wolfgang Schreyer, Berufsfalkner und Stadtjäger.

    Reichliches Futterangebot

    Als einen Grund nennt er das genügende Futterangebot. "Wir sind eine Wegwerfgesellschaft."  Es seien immer Essensreste zu finden. Schreyer spricht von einem "absoluten Fütterungswahn in der Stadt". Über Jahrzehnte hätten deshalb Füchse die Stadt erobert. Ein noch größeres Problem seien aber Marder, die jährlich "viele Tausend Euro" Schaden an Autos anrichteten. Außerdem gebe es in München derzeit 700 bis 800 Gänse, die Grünflächen verschmutzten.

    Kassel hat ein Waschbärproblem

    Kassel ist besonders für das Waschbärenproblem bekannt. Auf 100 Hektar lebten 100 Bären, berichtet Hartmut Bierwirth von der Unteren Jagdbehörde. "Die Allesfresser finden ideale Lebensbedingungen", sagt er. Mittlerweile sei das Problem aber im Griff. "Die Menschen im Einzugsbereich haben gelernt, mit den Waschbären umzugehen". In Frankfurt am Main leben viele Kaninchen, Füchse und Wildvögel. Auch in Hamburg nahmen Wildtiere in den vergangenen zehn bis 20 Jahren deutlich zu. In den Randbezirken treiben Hasen, Steinmarder, Füchse oder Wildschweine ihr Unwesen, wie Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung weiß. Zur Vermehrung trage das Nahrungsangebot durch Mülltonnen und Komposthaufen in Gärten bei. "Für die Tiere ist es ein gutes Leben", sagt Rainer Berg vom Frankfurter Grünflächenamt. Es gebe für sie in Parks und Grünanlagen ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Weil sich die Kaninchen aber so stark vermehren, werden sie mittlerweile mithilfe von Frettchen gejagt.

    Experten kritisieren falsche Entsorgung der Lebensmittel

    Von den Wildtieren, die zunehmend auch die Städte im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern bevölkern, bereiten Wildschweine die größten Sorgen. Sie durchwühlen Kleingärten und öffentliche Grünanlagen, durchbrechen Zäune oder kippen Mülltonnen bei der Futtersuche um, wie die städtischen Forst- und Grünämter bestätigen. Allein in Rostock zerstörten Wildschweine im Vorjahr rund 100.000 Quadratmeter Parkflächen im Stadtgebiet, sagt der Abteilungsleiter Grünanlagen in Rostock, Jan Eisenberg.

    Keine achtlose Lebensmittel-Entsorgung

    Dagegen wird Schwerin nach den Worten ihres Wildbeauftragten, Hans Hovemann, eher von Rehen sowie von Füchsen und Mardern heimgesucht. Da Jagen und Schießen in Städten nur in extremen Fällen mit Sondergenehmigungen und hohen Sicherheitsauflagen möglich sind, empfehlen Experten präventive Maßnahmen zur Eindämmung des Wilddrucks auf die Städte. Dazu gehört das Vermeiden achtloser Lebensmittelmüll-Entsorgung, ausreichend stabile und hohe Umzäunungen für gefährdete Park-, Garten- und Friedhofsareale oder auch das Beseitigen von Rückzugsgebieten des Wilds im städtischen Bereich wie Dornenhecken oder zu dichte Büsche und Unterholz. dapd/AZ

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden