Samstag, 25. Oktober 2014

22. Mai 2012 12:16 Uhr

Landwirtschaft

18 Meter und nicht mehr

Welche Regeln für Zugmaschinen mit Anhänger im Straßenverkehr gelten

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Krumbach Ein Bild wie fast jeden Tag auf der B300: Hinter einem Traktor und seinem Anhänger hat sich eine Schlange gebildet. Muss der Fahrer der Zugmaschine bei einer geeigneten Möglichkeit rechts ran und die anderen Verkehrsteilnehmer überholen lassen? „Der Führer eines langsameren Fahrzeugs muss seine Geschwindigkeit an geeigneter Stelle ermäßigen, notfalls warten, wenn nur so mehreren unmittelbar folgenden Fahrzeugen das Überholen möglich ist. Hierzu können auch geeignete Seitenstreifen in Anspruch genommen werden“, erklärt Claus Schedel von der Polizeiinspektion Krumbach. Er hat Antworten zu mehreren Fragen rund um Landwirtschaft und Straßenverkehr zusammengetragen – ein Thema, das auch die Polizei immer wieder beschäftigt.

Dürfen Traktoren mit beladenem Frontlader auf der Straße fahren?

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Frontladerschaufeln (oder auch die Spieße oder Greifer für Großballen) sind nicht für den Transport von Lasten im Straßenverkehr zugelassen. Der Front- oder auch Hecklader ist eine Ladehilfe und nicht zum Transport von Ladung geeignet. Der Frontlader ist bei Fahrten im Straßenverkehr in einer Höhe von mindestens zwei Metern zu führen, um eine Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern auszuschließen.

Was ist, wenn landwirtschaftliche Maschinen bei der Erntearbeit die Straße verschmutzt haben? Was ist, wenn beispielsweise ein Radfahrer durch eine Verschmutzung einen Unfall gebaut hat?

Auf die Verschmutzung muss durch Warntafeln hingewiesen werden. Die Fahrbahn muss nach Abschluss der Erntearbeiten unverzüglich gereinigt werden. Kommt jemand wegen der Verschmutzung bei einem Unfall zu Schaden, so kann dies ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung nach sich ziehen.

Ein Traktor transportiert auf einem Hänger Kies – hin und wieder fallen Steine auf die Straße. Wie muss generell die Ladung gesichert sein?

Die Ladung auf Fahrzeugen und Anhängern ist so zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsungen oder plötzlichen Ausweichmanövern und beim Überfahren von Bodenunebenheiten nicht verrutschen oder gar herabfallen kann. Schüttgüter, wie Häckselgut, Getreide, Kies, Sand, dürfen nur so hoch geladen werden, dass noch ausreichende Ausgleichsräume zwischen der Ladung und den Bordwänden vorhanden sind, um ein Herabfallen der Ladung zu verhindern. Ein Herabfallen kann auch durch entsprechende Abdeckungen verhindert werden.

Gibt es ein Gesamtgewicht, das nicht überschritten werden darf?

Die zulässige Gesamtmasse des Zuges, das heißt des ziehenden Fahrzeugs einschließlich der Anhänger darf unter Beachtung der Vorschriften für Achslasten und Einzelfahrzeuge insgesamt 40 Tonnen nicht überschreiten.

Zugmaschinen mit ein oder zwei Anhängern – wie viele können es maximal sein?

Hinter einer landwirtschaftlichen Zugmaschine dürfen maximal zwei Anhänger mitgeführt werden. Jedoch darf die Zuggesamtlänge von 18 Metern nicht überschritten werden. Werden die gesetzlich höchstzulässigen Maße überschritten, so ist zur Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr immer eine Ausnahmegenehmigung beziehungsweise Erlaubnis erforderlich. Diese sind bei der örtlichen Straßenverkehrsbehörde zu beantragen.

Wie müssen Traktoren und Anhänger beleuchtet sein?

Die Vorschriften hierzu sind sehr umfangreich. Grundsätzlich muss bei jedem Fahrzeug und Anhänger die Beleuchtungseinrichtung nach vorne und hinten vorhanden und betriebsbereit sein. Verkehrsgefährdende Teile am Umriss von Fahrzeugen und Geräten müssen wirksam abgedeckt werden. Ist dies nicht ausreichend möglich, müssen sie durch Warntafeln kenntlich gemacht werden. Durch das mitgeführte Anbaugerät dürfen die lichttechnischen Einrichtungen des Zugfahrzeuges nicht verdeckt werden. Ist dies der Fall, sind am Anbaugerät die entsprechenden Leuchten anzubringen. Eine Kenntlichmachung ist grundsätzlich erforderlich, wenn das Anbaugerät mehr als 40 Zentimeter seitlich oder mehr als 100 Zentimeter nach hinten über die Leuchten des Schleppers hinausragt.

Wie alt muss man sein, um einen Traktor im Straßenverkehr fahren zu dürfen? Wie ist es auf dem Hof?

Grundsätzlich kann der Führerschein der Klasse L für „langsame“ Traktoren ab 16 Jahren erworben werden. Für schnellere Traktoren (ab 40 Stundenkilometer) ist die Klasse T notwendig. Das Mindestalter beträgt hier 18 Jahre. Beim Fahren auf öffentlichem Verkehrsgrund ist ein Führerschein notwendig.

Ein zweiachsiger Anhänger, der von einem Traktor gezogen wird: Braucht er ein eigenes Kennzeichen oder reicht es aus, auf ein Brett das Kennzeichen des Traktors zu schreiben und es am Anhänger zu befestigen?

Bei zulassungsfreien Anhängern (bis 25 Stundenkilometer) ist ein Wiederholungskennzeichen vorgeschrieben. Es darf sich hierbei um das Wiederholungskennzeichen irgendeiner zugelassenen Zug- oder zugelassenen selbstfahrenden Arbeitsmaschine des Betriebes beziehungsweise des Halters handeln. Bislang durften diese Kennzeichen auch handgeschrieben sein. Dies ist nun nicht mehr zulässig. Die Wiederholungskennzeichen müssen in einem entsprechenden Fachgeschäft für Kennzeichen erstellt werden. Wird der Anhänger mit mehr als 25 Stundenkilometer mitgeführt, dann ist immer eine eigene Zulassung und somit ein eigenes Kennzeichen notwendig.

Thema Anhänger und Ladung: Wie lang darf die Ladung maximal sein? Wie muss sie gekennzeichnet werden?

Der Zug darf mit der Ladung eine Gesamtlänge von 20,75 Meter in der Länge und drei Meter in der Breite nicht überschreiten. Die Ladung darf bis zu drei Meter nach hinten überstehen. Diese Maße gelten nur bei der Ausübung von unmittelbar der Landwirtschaft dienenden Tätigkeiten. In der Regel also Fahrten zwischen dem landwirtschaftlichen Betrieb und den Wirtschaftsflächen.

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