Frühere Domsingknaben
"A cappella pop" ist die zutreffende Bezeichnung für die Art der Musik, die die ehemaligen Mitglieder der Augsburger Domsingknaben zu einer ausgereiften Bühnenshow perfektionieren. Dank ihrer hervorragenden Ausbildung - später als Gesangsschüler des Krumbacher Kirchenmusikers Michael Dolp - hat jedes Ensemblemitglied Gold in der Kehle. Außerdem strahlen sie eine ansteckende Fröhlichkeit und sängerische Unbeschwertheit aus. Bereits mit den ersten Tönen gelingt es ihnen allein durch ihre Stimmen, klangmäßig ein ganzes Orchester auf die Bühne zu bringen.
Ähnlich wie bei einer Jukebox lässt "Jukevox" Titel der unter-schiedlichsten Stilrichtungen erklingen. Dabei landet Heiteres ebenso auf dem Plattenteller ihrer Stimmbänder wie melancholische Songs. Die Texte werden alle auswendig dargeboten - eine nicht zu unterschätzende Gedächtnisleistung, zu der sich eine scheinbar selbstverständliche und doch perfekte Choreografie gesellt. In den Liedern von "Jukevox" geht es - wie könnte es anders sein - schwerpunktmäßig um die Liebe. Super, wie das bewundernswert harmonierende Ensemble den "Morgen danach" beschreibt oder "das hässlichste Mädchen der Welt" besingt. Allein mit ihren Stimmen sorgen "Jukevox" für Stimmung.
Aus den 20er-Jahren
"Es darf getanzt werden" kündigen die fünf mit "Oh donna clara" einen Gassenhauer aus den 20er-Jahren an, für den sie - natürlich nur rein akustisch - einige alte Instrumente und ein Grammofon mitgebracht haben. Aber auch der EAV-Hit "Fata morgana" wird zum erfrischenden Hörvergnügen, vor allem, weil die fünf Stimmwunder die Effekte so setzen, wie sie zu ihnen passen. Sie servieren Michael Jacksons "Billie Jean" ebenso perfekt wie "Angie" von den Rolling Stones oder "Wake me up" von Wham - und doch auf eine genau auf sie zugeschnittene Art. Dass diese bei den Zuhörern aller Altersstufen bestens ankommt, bewies der zwischen den Darbietungen und zum Schluss nicht endenden Beifall. Natürlich durfte sich "Jukevox" erst nach Zugaben verabschieden. (clb)