Thannhausen Die Reise nach Jerusalem hat offenbar ein Ziel: Jetzt soll der geplante Jugendtreff „Büro“ auf ein Grundstück kommen, das sich an der nordwestlichen Ecke des Freibad-Geländes befindet. Die Stadt ist Eigentümer der rund 450 Quadratmeter großen Fläche. Ein weiterer Vorteil: Durch den neuen Standort sind keine massiven Beschwerden wie zuletzt am Stadion-Gelände im Süden der Stadt zu erwarten.
Anwohner hatten bei der jüngsten Bürgerversammlung eine Unterschriftenliste übergeben und die Pläne der Stadt kritisiert. Sie seien bereits durch den Trainingsbetriebs-Verkehr und das Volksfest belastet. Die Pläne sahen vor, die Container für das „Büro“ am Vereinsheim der Stockschützen aufzustellen. So hätten dann die Sanitäranlagen genutzt und damit Kosten gespart werden können. Ursprünglich war ein Standort an der Straße Im Krautgarten ins Auge gefasst worden. Das Grundstück hätte allerdings nur gepachtet werden können. „Egal, wohin der Jugendtreff auch kommt. Es gibt immer Probleme“, fasste Bürgermeister Georg Schwarz in der jüngsten Stadtratssitzung zusammen. Er bat um eine sachbezogene Abwägung. Es gehe nicht darum, jemanden zu traktieren. Wer sich alleine von Unterschriftenlisten leiten lasse, der liege falsch.
„Jeder hatte doch einmal eine Jugend“
Stadtrat Manfred Hartl (Freie Wähler) bedauerte, dass für die Jugend kein Platz gefunden werde. „Ich verstehe das nicht“, sagte er und schüttelte den Kopf, „jeder hatte doch einmal eine Jugend“. Ähnlich äußerte sich Herbert Fischer (CSU). „Mir stellt es die Nackenhaare auf, wenn ich sehe, wie die Jugendlichen verschoben werden.“ Sein Fraktionskollege Bernhard Kastner sagte, dass sich immer ein Haar in der Suppe finden lasse. Er bat die Jugendlichen, mit dem neuen Standort verantwortungsbewusst umzugehen. „Man sollte ihnen auch etwas zutrauen“, sagte Monika Wiesmüller-Schwab, Bürgermeister Schwarz drückte seine Anerkennung aus für das, was sie in den vergangenen Monaten geleistet hatten.
Für das Grundstück am Freibad sprachen sich auch die Freien Wähler aus. Wie Peter Schoblocher ausführte, sei die Fraktion zwar anfangs vom Standort am Stadion überzeugt gewesen. Der jedoch fand bei den Jugendlichen aus Angst vor drohenden Beschwerden kein Gefallen. „Das Votum der Jugendlichen kann ich nachvollziehen“, sagte Gerd Olbrich (SPD). Sie hätten wenig Lust, alle paar Wochen mit Beschwerden konfrontiert zu sein. „Jetzt bekommen sie den Platz, den sie sich gewünscht haben“, fasste Peter Leitenmaier zusammen, der den Standort im Stadtrat ins Gespräch gebracht hatte. Allerdings könnte es beim abseits gelegenen „Büro“ eher zu „Ausartungen“ kommen, sagte Erwin Däubler (SPD), der den Standort im Süden der Stadt für am günstigsten hält. Und: Ob auf dem Grundstück mit seiner seitlichen Flutmulde die Container aufgestellt werden können, sei fraglich. Tatsächlich hat es noch keine Vorprüfung gegeben, erklärte Stephan Martens-Weh vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft. Im schlimmsten Fall müsste der Bebauungsplan geändert werden. Jetzt soll das Bauamt prüfen, in wie weit das „Büro“ am neuen Standort realisiert werden kann.