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Konzert: Chorgesang der Renaissance

Konzert

Chorgesang der Renaissance

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    Mit seinem Konzertprogramm „Veni, sancte Spiritus!“ ließ der Cantemus-Kammerchor unter Leitung von Dietmar Schiersner kurz vor dem Pfingstfest in der Pfarrkirche St. Michael Chorwerke erklingen.
    Mit seinem Konzertprogramm „Veni, sancte Spiritus!“ ließ der Cantemus-Kammerchor unter Leitung von Dietmar Schiersner kurz vor dem Pfingstfest in der Pfarrkirche St. Michael Chorwerke erklingen. Foto: Claudia Bader

    Krumbach Kirchenraum und Musik sind zwei geschichtlich eng miteinander verwobene Größen. Wer als Interpret im Kirchenraum Musik aufführt, steht in mehrfacher Verantwortung: dem Werk, dem Hörer und dem Kirchenraum gegenüber. Mit seinem Konzertprogramm „Veni, sancte Spiritus!“ wurde der Kammerchor im Cantemus-Chor dieser Aufgabe in jeder Hinsicht gerecht. Kurz vor dem Pfingstfest vermittelte die Sängerschar um Dietmar Schiersner Chorwerke, die auf das Kommen des Heiligen Geistes einstimmten.

    Mit „Chormusik der Renaissance“ durften die Zuhörer in der Pfarrkirche St. Michael in Krumbach ein Klangerlebnis genießen, das große geistliche Wärme und Tiefe vermittelte. Ein Triumph für den Cantemus-Chor, der heuer seinen 25. Geburtstag besteht. „Hier in diesem Gotteshaus haben wir 1987 begonnen“, erläuterte Chorleiter Dietmar Schiersner. Zweieinhalb Jahrzehnte lang habe er seinen Chor geschult, geformt, stetig weiter entwickelt und zu Höchstleistungen motiviert. Pfarrer Josef Baur gratulierte der Sängerschar zu ihrem Jubiläum. Den erwartungsvoll gestimmten Zuhörern wünschte er, Herz und Ohr für diesen Ohrenschmaus zu öffnen und Freude zu empfangen. Gleich einem gesungenen Wort Gottes ließen die Männerstimmen zum Auftakt den aus dem achten Jahrhundert stammenden gregorianischen Introitus zum Himmelfahrtstag „Viri Galilaei“ durch das Gotteshaus tönen.

    Unter Leitung von Inge Wirth widmeten sich die glockenklaren Frauenstimmen anschließend Gesängen der Hildegard von Bingen. Behutsam wie ein zartes Gebet und doch klangvoll jubilierend wirkte die Sequenz „De spirituo sancto.“ Unter Schiersners präziser Leitung beeindruckten die Sänger in der Bitte „Komm Schöpfer Geist“ durch homogenen Zusammenklang. Wie ein Fest der Stimmen wirkte die von Orlando di Lasso komponierte Sequenz „Victimae paschali laudes“ zum Ostersonntag.

    Die musikalische Reise führte die Zuhörer weiter nach England zu William Byrd, dem bedeutendsten Komponisten zu Zeiten William Shakespeares. Beachtlich, welchen Klangreichtum der Cantemus-Kammerchor in Byrds Messe mit nur drei Stimmen entfaltete. Mit Konzentration und vorbildlicher Artikulation ließen auch die Pfingstmotette von Thomás Luis de Victoria sowie die Vertonung „Lobe den Herren“ Musik und Kirchenraum zu einer ergreifenden Einheit verschmelzen. Die den Weg von der Renaissance zum Frühbarock beschreibende Vertonung des „Magnificat“ von Claudio Monteverdi beendete eine kirchliche Konzertstunde, die den Besuchern ein für das Pfingstfest geradezu prädestiniertes musikalisches Glaubensbekenntnis erschloss. (clb).

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