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Zeitungsente: Der Biber will seine Wege schwimmen

Zeitungsente

Der Biber will seine Wege schwimmen

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    Biberberater Daniel Sonntag zeigt Paula Print angenagte Bäume am Ufer des Krumbächles.
    Biberberater Daniel Sonntag zeigt Paula Print angenagte Bäume am Ufer des Krumbächles. Foto: Silvia Eisenlauer

    Krumbach „Da hatten die Biber wohl Hunger“, dachte sich Paula Print bei ihrem sonntäglichen Spaziergang entlang dem Krumbächle zwischen Krumbach und Waltenhausen. Am Ufer liegen viele von den Nagern „gefällte“ Bäume. „Hier muss ja eine ganze Biberhorde durchgezogen sein“, meinte Paula überrascht. Paula fragte nach bei Daniel Sonntag, dem Biberberater für den südlichen Landkreis Günzburg.

    Warum gibt es einen Biberberater?

    Daniel Sonntag: Wir Biberberater vermitteln bei Konflikten zwischen Mensch und Biber. Damit sind auch Schäden gemeint, die durch Biber entstehen.

    Welche Schäden – außer angenagten Bäumen – richten denn Biber an?

    Sonntag: Da Biber Vegetarier sind, fressen sie unter anderem wertvolle Feldfrüchte wie Mais und Getreide. Außerdem untergraben sie Straßen und ihr Dammbau kann zur Überflutung von Feldern führen. Auch Fischteiche werden beschädigt.

    Warum bauen Biber Dämme?

    Sonntag: Durch den Bau von Dämmen staut sich das Wasser an. Die Folge ist ein hoher Wasserspiegel beziehungsweise Überflutung. Dadurch möchte der Biber erreichen, dass er alle seine Wege im Wasser schwimmend zurücklegen kann.

    Wie hoch sind die Schäden, die in unserer Region durch Biber entstehen und wie werden diese behoben?

    Sonntag: Im Landkreis Günzburg entstand für Landwirte 2011 ein Schaden von rund 12000 Euro. Dafür stellt die bayerische Regierung jährlich 350000 Euro bereit. Die Gemeinden mussten für die Entfernung von Dämmen rund 70000 Euro aus eigener Tasche bezahlen.

    Das sind aber sehr hohe Schäden! Warum gibt es bei uns denn so viele Biber?

    Sonntag: Wir leben in einem sehr wasserreichen Kreis. Dieser bietet einen günstigen Lebensraum für Biber, die sich diesen gerade zurückerobern. Seit 1966 wurden sie in Bayern wieder bewusst angesiedelt, nachdem sie im 19. Jahrhundert in Europa ausgerottet wurden. Ihr Fell wurde früher verarbeitet und ihr Fleisch gegessen.

    Eine Frage hätte ich noch: Sind Biber gefährlich für Menschen und andere Tiere?

    Sonntag: Nein, Paula. Du brauchst dich beim Spazierengehen nicht zu fürchten. Vor Menschen hat der Biber sogar eher Angst. (silv)

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